ESA-Mission
Satellit soll Gesundheit von Pflanzen vom All aus messen

Die europäische Weltraumbehörde ESA hat eine neue Mission im Weltall gestartet. Ein Satellit soll untersuchen, wie gestresst Pflanzen sind. Hinweise darauf liefert die Photosynthese.

    Aufnahme aus der Luft: Kiefern sterben am Rand eines Waldes ab, sie bekommen einen roten Stamm und die Nadeln welken.
    Der Satellit kann erkennen, wenn es Pflanzen schlecht geht. (Daniel Löb / dpa / Daniel Löb)
    Vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana ist eine Rakete mit einem neuen Satelliten an Bord abgehoben. Der Satellit "Flex" soll die Erde in mehr als 800 Kilometern Höhe umkreisen.
    "Flex" soll die Photosynthese der Pflanzen überwachen. Konkret misst "Flex" Fluoreszenz: Während der Photosynthese strahlen Pflanzen ein ganz schwaches Leuchten im Rotlichtbereich aus. Mit dem bloßen Auge ist diese Chlorophyll-Fluoreszenz nicht sichtbar. Der Satellit kann sie mit seinem sensiblen Spektrometer aber messen.
    Die Fluoreszenz wird von den Molekülen abgegeben, die die Photosynthese in Gang setzen. Sie ist eine Art überschüssige Energie, kann aber auch darauf hinweisen, dass es der Pflanze nicht gut geht. Denn wenn eine Pflanze unter Stress steht, findet weniger Photosynthese statt.
    Schon jetzt wird von Türmen, aus Drohnen oder Flugzeugen das Fluoreszenzsignal gemessen. Mit "Flex" erhoffen sich Fachleute ein sehr viel umfassenderes Bild. 14 Mal am Tag soll der Satellit die Erde umrunden. Das gleiche Fleckchen Land überfliegt er planmäßig alle 27 Tage.
    Über drei Jahre hinweg soll die 350 Millionen Euro teure Mission so ein Bild davon entstehen lassen, wie stark sich etwa Dürre, fehlende Nährstoffe oder Krankheiten auf Pflanzen auswirken - und im besten Fall auch dabei helfen, überhaupt auszumachen, warum es einer Pflanze unter den sich wandelnden Klimabedingungen nicht gut geht.
    Diese Nachricht wurde am 15.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.