Donnerstag, 19. Mai 2022

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Saxofonistin Charlotte Greve
Ruhe und Entdeckerdrang

Mit dem Lisbeth Quartett leitet die Saxofonistin Charlotte Greve eine der beständigsten und erfolgreichsten Bands der deutschen Jazzszene. Seit sieben Jahren lebt sie in New York. Dort macht sie nun auch atmosphärischen Indiepop - ohne dabei auf Improvisation zu verzichten.

Von Thomas Loewner | 27.08.2020

Nahes s/w-Porträt einer jungen Frau. Sie hält den Kopf schräg und schaut aus den Augenwinkeln am Betrachter vorbei. Auf ihrer Schulter ruht ein Altsaxofon.
Hat mit dem Trio "The Choir Invisible" gerade eine Debüt-CD veröffentlicht: Charlotte Greve (Jochen Quast)
Das Lisbeth Quartett gründete Charlotte Greve vor elf Jahren, als sie noch in Berlin Saxofon studierte. Die Band fand vom Fleck weg ein breites Echo bei Kritikern und Publikum. Kennzeichnend für ihre Musik: weit gespannte Melodiebögen, viel Freiraum für spontane Interaktionen - und eine Intensität, die aus großer Ruhe entsteht. Charlotte Greve ist aber auch ein überaus neugieriger Mensch und stets auf der Suche nach neuen Erfahrungen. So zog es sie vor sieben Jahren nach New York, wo sie bis heute lebt. Mittlerweile ist sie tief in die vielfältige Musikszene Brooklyns eingetaucht. Neben diversen Sidewoman-Tätigkeiten und kooperativen Projekten hat sie dort auch eine weitere working band gegründet, mit der sie ganz andere Musik macht: Wood River ist beeinflusst von Rock und Indiepop. Greve spielt darin neben dem Saxofon auch Synthesizer - und sie singt.