Klimawandel
Schlangen aus Südeuropa tauchen immer öfter in Bayern auf

In Bayern werden immer öfter Schlangenarten gesichtet, die ursprünglich im südlichen Europa beheimatet sind. Nach Angaben der Reptilienauffangstation München wurden in den vergangenen fünf Jahren rund 15 Exemplare der Vierstreifennatter im Freistaat gemeldet.

    Das Bild zeigt eine Vipernatter, die sich durch bräunlichen Schlamm im Fluss schlängelt. Das Tier ist hellbraun mit dunkleren Punkten und blickt direkt in die Kamera.
    Vipernatter (Natrix maura) bei der nächtlichen Jagd im Flussbett (picture alliance / imageBROKER / alimdi / Arterra / Philippe Clém)
    Die Vierstreifennatter kommt vor allem in Italien und auf dem Balkan vor, wird inzwischen aber auch in Bayern etwa auf Wiesen und an Waldrändern beobachtet. Gründe sind laut den Fachleuten sowohl natürliche Wanderbewegungen infolge steigender Temperaturen als auch der Verlust von Lebensräumen in den Herkunftsregionen. Zudem könnten Tiere unbeabsichtigt etwa über den Gartenhandel eingeschleppt werden.

    Ungiftig, aber lang

    Auch vereinzelte Sichtungen der Vipernatter, die im südwestlichen Europa und in Nordafrika verbreitet ist, wurden gemeldet. Beide Arten sind ungiftig, können jedoch eine beachtliche Größe erreichen: Vierstreifennattern werden über zwei Meter lang, Vipernattern bis zu einem Meter. Für den Menschen stellen sie keine Gefahr dar.
    Ob sich die Arten dauerhaft in Bayern halten können, ist offen. Schlangen breiteten sich vergleichsweise langsam aus, zudem könnten kalte Winter eine dauerhafte Ansiedlung verhindern. In Deutschland sind sieben Schlangenarten heimisch, darunter Kreuzotter und Aspisviper als die einzigen giftigen Arten.
    Diese Nachricht wurde am 04.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.