Mecklenburg-Vorpommern
Schulbefreiung für Urlaub einen Tag vor Ferienbeginn: Kritik an Justizministerin Bernhardt (Die Linke) hält an

Die Schulbefreiung für ein Kind der mecklenburg-vorpommerschen Justizministerin Bernhardt einen Tag vor dem Beginn der Winterferien sorgt weiter für Diskussionen.

    Jacqueline Bernhardt, Justizministerin von Mecklenburg-Vorpommern im Porträt
    Jacqueline Bernhardt, Justizministerin von Mecklenburg-Vorpommern (Jens Büttner / dpa / Jens Büttner)
    Das Haus der Linken-Politikerin wollte zuletzt keine weitere Stellungnahme mehr abgeben, berichtete der Nordkurier. Auf eine Nachfrage habe es mitgeteilt, den bereits veröffentlichten Äußerungen sei seitens des Ministeriums für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern nichts hinzuzufügen. Das Justizministerium hatte zuvor erklärt, Bernhardt habe als Mutter für ihr Kind ausnahmsweise für den letzten Schultag vor den Ferien einen Antrag auf Beurlaubung gestellt. Der Reiseveranstalter hat den Reisezeitraum vorgegeben. Der Antrag sei der Schule vorgelegt und von dieser genehmigt worden.

    Bildungsministerin Oldenburg, ebenfalls Die Linke, widerspricht Bernhardt

    Bildungsministerin Oldenburg, ebenfalls Die Linke, hatte indes über einen Sprecher erklären lassen, der vorliegende Antrag, noch während der Schulzeit den Urlaub antreten zu können, hätte durch die Schule nicht genehmigt werden dürfen. In Paragraf 8 der Schulpflichtverordnung des Landes Mecklenburg-Vorpommern heiße es: "Vor und nach den Ferien darf eine Beurlaubung nur ausnahmsweise in den Fällen erteilt werden, in denen die Versagung eine persönliche Härte bedeuten würde." Ein vorzeitiger Urlaubsantritt sei kein wichtiger Grund und kein anerkannter Härtefall, auch wenn Gründe angeführt würden, in den Sommerferien keinen gemeinsamen Urlaub machen zu können. Alle Eltern seien nach dem Schulgesetz verpflichtet, für die Einhaltung der Schulpflicht zu sorgen.
    Bernhardt hatte laut ihrem Ministerium "aus organisatorischen Gründen" bereits im Februar ihren Familienjahresurlaub genommen.
    Diese Nachricht wurde am 10.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.