
Schuster schreibt in einem Beitrag für das Portal „t-online“, schon jetzt seien die Kräfte beträchtlich, "die uns als jüdische Gemeinschaft aus dem öffentlichen Leben verdrängen wollen". Diese Kräfte würden weiter erstarken, wenn es die Gesellschaft nicht schaffe, die bedrohlichen Entwicklungen zu stoppen, warnte Schuster.
Friedman konstatiert "Explosion von Judenhass"
Der jüdische Publizist Michel Friedman konstatierte eine immer schlechtere Lebensqualität jüdischer Menschen in Deutschland. Der Judenhass in Deutschland explodiere, sagte Friedman im RBB-Hörfunk. Aussprüche wie "Wehret den Anfängen" oder "Nie wieder" wolle er nicht mehr hören, man sei längst mittendrin. Friedman rief zugleich zum Kampf gegen Antisemitismus auf.
Internationales Auschwitz Komitee sieht ebenfalls Gefahren
Auch das Internationale Auschwitz Komitee sieht das Gedenken an den Völkermord der Nationalsozialisten von den aktuellen politischen Entwicklungen überschattet.Dessen Vizepräsident Heubner erklärte, die Überlebenden des Holocaust in aller Welt fragten sich, ob sich die Demokratien und ihre Bürgerinnen und Bürger der Gefahren hinreichend bewusst seien, die von hasserfüllter Rhetorik rechtsextremer und populistischer Politiker und Parteien ausgehe.
Heute vor 81 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Mit zahlreichen Veranstaltungen wird an die Ermordung von rund sechs Millionen Juden im Nationalsozialismus erinnert. Die traditionelle Gedenkstunde im Bundestag für die Opfer des Nationalsozialismus findet morgen statt.
Weiterführende Informationen
Diese Nachricht wurde am 27.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
