Mittelmeer
Seegraswiesen vor den griechischen Küsten sind in Gefahr

In Griechenland geraten die geschützten Seegraswiesen mit Neptungras in Gefahr. Sie werden nach Angaben des griechischen Meeresschutz-Instituts Archipelagos unter anderem durch unkontrolliertes Ankern von Booten erheblich geschädigt.

    Seegras am Meeresboden. Oben an der Meeresoberfläche sieht man die Silhouette von einem Boot.
    Neptungras (Posidonia oceanica) vor der griechischen Insel Korfu. (picture alliance / imageBROKER / Norbert Probst)
    Anastasia Miliou, die Forschungsdirektorin des Instituts, sagte dem Sender ERTnews, die Seegraswiesen seien die Lungen unserer Meere und spielten eine wichtige Rolle für das marine Ökosystem. Sie speicherten Kohlenstoff, produzierten Sauerstoff und böten Lebensraum für mehr als tausend Tierarten. Zudem hielten die Wurzeln der Pflanzen Sedimente fest und trügen damit zum Schutz der Strände vor Erosion bei, betonte Miliou. Neptungras (Posidonia oceanica) wächst nur im Mittelmeer und ist dort das am meisten verbreitete Seegras.
    Nach Beobachtungen des Instituts gehen die Bestände in vielen Regionen immer weiter zurück. Die Seegrasbestände werden durch Meeresverschmutzung und bestimmte Formen der Fischrei belastet. Als ein weiteres Problem nannte Miliou das Ankern von Booten direkt über den Seegraswiesen. Das Institut setzt sich zusammen mit Inselgemeinden dafür ein, mehr ausgewiesene Ankerplätze einzurichten. 
    Diese Nachricht wurde am 29.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.