
Jährlich werden etwa 320.000 Sepsisfälle im Krankenhaus erfasst, die Dunkelziffer dürfte aber noch höher liegen. Die Deutsche Sepsisstiftung geht von rund 500.000 jährlichen Sepsisfällen und etwa 140.000 Todesfällen aus. Zudem erleiden der Stiftung zufolge bis zu drei Viertel der Überlebenden Langzeitfolgen.
Im Volksmund wird die Sepsis auch Blutvergiftung genannt. Tatsächlich ist es aber keine Vergiftung, sondern eine überschießende Abwehrreaktion auf eine Infektion. Dabei greift die Körperabwehr die eigenen Organe bis hin zum Organversagen an. Häufigste Ursache sind Bakterien, Viren oder Pilze. Oft entwickelt sich eine Sepsis aus einer Infektion der Lungen, des Bauchraums oder der Harnwege, seltener aus einer entzündeten äußerlichen Wunde. Der vom Volksmund vielbeschworene rote Strich von der Wunde zum Herzen als Kennzeichen einer "Blutvergiftung" fehlt meistens.
Die Symptome einer Sepsis sind sehr unspezifisch - es können Fieber, Schmerzen, Herzrasen sein. Deswegen wird die Erkrankung oft nicht sofort erkannt. Die Folgen können gravierend sein: Kreislaufversagen bis hin zum Tod, Organschäden, Nervenschäden und Amputationen zählen dazu. Am häufigsten betroffen sind Ältere, Kinder und Menschen mit einer chronischen Erkrankung. Ärzte raten vor allen ihnen zu einer Impfung gegen Grippe, Corona und Pneumokokken als Vorbeugung gegen eine Sepsis. Ist die Krankheit ausgebrochen, ist vor allem eine schnelle Behandlung entscheidend.
Diese Nachricht wurde am 13.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
