Patientenschutz
Serienmörder in Pflege und Medizin stoppen: Opferzahlen laut Stiftungschef höher als bei organisierter Kriminalität

Ihre Opfer sind Schwache, Kranke und Sterbende: Immer wieder sorgen mordende Mitarbeitende in Pflege und Kliniken für Entsetzen. Doch fehlende Kontrolle macht es den Tätern laut der Deutschen Stiftung Patientenschutz leicht.

    Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz vor blauem Hintergrund bei der Bundespressekonferenz
    Nirgendwo sonst könnten Serientäter so leicht und unauffällig morden wie in den Bereichen Medizin und Pflege, sagte der Vorsitzende Brysch der FAZ. Das zeigten jüngste dramatische Fälle aus Niedersachsen oder Nordrhein-Westfalen, wo derzeit ein mutmaßlicher Täter im Verdacht steht, für mehr als 100 Morde verantwortlich zu sein. Die Zahl der Todesopfer sei höher als die im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität. Brysch fordert Schwerpunktstaatsanwaltschaften, um Muster frühzeitig zu erkennen und konzentriert Ermittlungsdruck aufzubauen. Bayern habe eine Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen, Hessen eine Zentralstelle Medizinwirtschaftskriminalität. "Wenn es um Geld geht, gibt es also Schwerpunktstaatsanwaltschaften. Warum nicht, wenn es um Menschenleben geht?"
    In Kliniken und Pflegeheimen brauche es "eine Kultur des Hinschauens", die aktiv gelebt und trainiert werde. Zudem müsse die Vergabe von Medikamenten durch eine digitale Medikationsdokumentation kontrolliert werden.
    Diese Nachricht wurde am 01.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.