Sonntag, 05. Februar 2023

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Sexualisierte Gewalt
Spielergewerkschaft: Fußball "Hochrisiko-Umfeld" für Übergriffe

Nach den jüngsten Veröffentlichungen über sexuelle Übergriffe im Fußball hat die Internationale Spielervereinigung Fifpro einen Bericht veröffentlicht und Unterstützung für alle Betroffenen von sexualisierter Gewalt im Fußball formuliert.

Von Andrea Schültke | 02.11.2021

Die SPielergewerkschaft Fifpro will Betroffenen von sexuellen Übergriffen helfen.
Die SPielergewerkschaft Fifpro will Betroffenen von sexuellen Übergriffen helfen. (www.imago-images.de)
"Kein Schweigen mehr", überschreibt die Interessenvertretung ihren zehnseitigen Bericht. Und stellt gleich zu Beginn fest: "Fußball hat ein weit verbreitetes Problem". Damit gemeint: Berichte über sexuelles Fehlverhalten, Belästigung und Missbrauch. In den vergangenen Wochen hatten Spielerinnen aus den USA, Venezuela, Australien, Sierra Leone und Spanien berichtet, im Umfeld des Fußballs sexualisierte Gewalt erfahren zu haben.
Die Fifpro analysiert den Fußball als "Hochrisiko-Umfeld" für Übergriffe und führt immense Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse als eine der Ursachen an. Vor allem junge Menschen aus ärmeren Verhältnissen seien dem leicht ausgeliefert.

Präventionsmaßnahmen nur auf dem Papier

So können Trainer, Funktionäre und anderes Führungspersonal durch Unterstützung oder Missachtung über Aufstieg und Fall von Spieler*innen mitentscheiden.
Würden Fälle bekannt gemacht, bescheinigt die Fifpro den Organisationen, eher um ihre eigene Reputation besorgt zu sein als um das Wohlergehen Betroffener.
Präventionsmaßnahmen existierten nur auf dem Papier, gelebt würden sie nicht. So fehle es den Verantwortlichen an Expertise und Regelwerk für den richtigen Umgang, wenn ein Fall mitgeteilt werde.
Die internationale Interessenvertretung Fifpro verlangt von den Fußballorganisationen, die Rechte und das Wohl der Spielerinnen und Spieler in den Mittelpunkt zu stellen und ihnen ein sicheres Arbeitsumfeld zu schaffen. Und sie fordert ein unabhängiges Meldesystem, innerhalb dessen Betroffene Fälle bekannt machen können und geschützt werden.
Gleichzeitig sichert die Spielergwerkschaft ihren Mitgliedern Unterstützung und Rückhalt zu.