
Der Direktor des IRIS Instituts für Risikoanalysen und Internationale Sicherheit erklärte, seit Jahren sei bekannt, dass Kleindrohnen eine Gefahr und ein Instrument hybrider Kriegsführung seien. Hierzulande sei man aber überhaupt nicht auf dem Stand der Dinge und viel zu langsam. Man brauche an Flughäfen etwa andere Radare, die niedrigfliegende kleine Objekte erkennen könnten sowie ein Netzwerk aus elektro-optischen, akustischen sowie Wärmebild-Sensoren, um verschiedene Drohen überhaupt zu erkennen. Die technischen Lösungen seien lange bekannt und auch in Deutschland verfügbar. Dennoch operiere man noch immer vorsintflutlich.
Lange führte aus
, Deutschland neige dazu, eine Verwaltungsrepublik zu sein. Wenn etwas passiere, wolle man neue Gremien gründen und Gesetze verändern - doch in der Praxis passiere nichts. Man komme erst in Bewegung, wenn ein schlimmer Fall eingetreten sei.
Auch der Dresdner Luftverkehrsexperte Hartmut Fricke stufte den Vorfall als neue Dimension der Bedrohung für kritische Infrastruktur ein. Anders als bei bisherigen Drohnenvorfällen gehe es nicht mehr allein um die Gefahr einer Kollision mit einem Flugzeug oder Schäden durch die Drohne selbst. Sollte sich ein gezielter Anschlagsversuch bestätigen, zeige der Vorfall, dass Deutschland in der Entdeckung derart kleiner Objekte an kritischen Infrastrukturen noch nicht gut sei, sagte sagte der Professor für Technologie und Logistik des Luftverkehrs an der TU Dresden der Deutschen Presse-Agentur. Das gelte sowohl für die verfügbaren Technologien als auch für die Geschwindigkeit, mit der diese in der Praxis eingeführt würden.
BDL: Flughafen Frankfurt hat bereits "sehr leistungsfähige" Technik
Der Bundesluftfahrtverband BDL teilte unterdessen mit, die Ausstattung der deutschen Flughäfen mit neuerster Drohnenabwehrtechnik schreite rasch voran. BDL-Geschäftsführer Lang sagte der Nachrichtenagentur Reuters, am größten Flughafen Frankfurt sei bereits sehr leistungsfähige Technik eingeführt worden. Diese sei wegen der rasanten Entwicklung auf diesem Feld auch nachrüstbar. Lang lobte, die Bundesregierung habe nach früheren Störattacken mit Drohnen sehr schnell Entscheidungen getroffen und Ausschreibungen auf den Weg gebracht. Man sei zuversichtlich, dass bis Ende des Jahres der Großteil der Flughäfen davon profitieren werde.
Flughafenmitarbeiter soll Drohne entdeckt haben
Die Gewerkschaft der Polizei hatte nach dem Drohnenfund von einer guten technischen Ausstattung der Bundespolizei gesprochen. Die Vorkommnisse hätten gezeigt, dass sich die hochmoderne Ausrüstung auszahle und die Alarmsysteme gut funktioniert hätten, sagte der GdP-Chef für die Bundespolizei, Roßkopf, der "Rheinischen Post". Die Bundespolizei sei an den deutschen Flughäfen mittlerweile gut dafür ausgestattet, um die Flugbewegungen von Drohnen zu beobachten und Gegenmaßnahmen einzuleiten.
In der Nacht zu Mittwoch hatte ein Mitarbeiter des Flughafens Leipzig/Halle die mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt. Der Flughafen gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen an die Ukraine. Der Sprengstoff wurde entschärft. Mehr dazu hier.
Diese Nachricht wurde am 07.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
