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Simon Newcomb

Im 19. Jahrhundert spielte die Mathematik in der Astronomie eine entscheidende Rolle. Damals ging es im Wesentlichen darum, die Bewegung der Himmelskörper sehr genau berechnen zu können, um durch den Vergleich zwischen Beobachtung und Berechnung möglicherweise noch unentdeckte Objekte zu finden. Auf diese Weise war 1846 der Planet Neptun aufgespürt worden, der sich durch geringfügige Störungen auf den Planeten Uranus verraten hatte. Ähnliche unerklärte Störungen in der Bewegung des sonnennahen Merkur verleiteten die Astronomen zur Suche nach einem intramerkuriellen Objekt.

Von Hermann-Michael Hahn |
    Einer der führenden Mathematiker-Astronomen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war der Kanadier Simon Newcomb. Als 19jähriger zum Studium in die USA gezogen, wurde er bereits mit 26 Jahren Astronom und Professor für Mathematik am Marine-Observatorium in Washington D. C. Dort beschäftigte er sich vor allem mit Theorien der Planetenbewegung.

    16 Jahre später übernahm er die Leitung des Nautical Almanac Office, des astronomischen Rechenzentrums der US-Marine. Die dort erstellten nautischen Jahrbücher dienten der raschen Astronavigation auf See und enthielten die stündlichen Positionswerte für Sonne, Mond und die fünf hellen Planeten, Angaben zur Dämmerung und die tagesaktuellen Positionen von mehr als 50 Navigationssternen.

    Simon Newcomb widmete sich einer Neuberechnung aller maßgeblichen astronomischen Konstanten, die schließlich 1896 zur internationalen Grundlage für alle weiteren astronomischen Berechnungen angenommen wurden.

    Biographie Simon Newcomb

    Das Newcomb-Benford-Gesetz