
Union: Steuern auf Kraftstoffe senken
In der Union werden vor allem Entlastungen direkt an der Zapfsäule diskutiert. Bundeswirtschaftsministerin Reiche hat eine zeitweise Senkung der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe von 19 auf sieben Prozent vorgeschlagen. Unionsfraktionschef Frei brachte zudem eine erneute Senkung der Energiesteuer nach dem Vorbild des früheren Tankrabatts ins Gespräch. Auch CDU-Politiker Steineke fordert eine Absenkung der Energiesteuer auf das europäische Mindestmaß. Zudem sollte aus seiner Sicht der nationale CO2-Preis überprüft werden.
SPD: Preisdeckel und Übergewinnsteuer
Die SPD setzt auf stärkere Eingriffe in den Markt. Bundesfinanzminister Klingbeil spricht sich für eine Übergewinnsteuer aus. Dabei handelt es sich um eine zusätzliche Abgabe auf außergewöhnlich hohe Krisengewinne von Unternehmen. Mit den Einnahmen sollen Entlastungen für Verbraucher finanziert werden. SPD-Generalsekretär Klüssendorf fordert darüber hinaus einen Spritpreisdeckel nach dem Vorbild Belgiens oder Luxemburgs sowie mehr Transparenz bei der Kraftstoffpreisbildung.
Grüne: Energiegeld statt Tankrabatt
Die Grünen lehnen eine Senkung der Spritsteuern oder eine Neuauflage des Tankrabatts ab. Stattdessen wollen sie Krisengewinne der Ölkonzerne über eine Übergewinnsteuer abschöpfen und das Geld als Energiegeld an die Bürger zurückgeben. Nach einem Aktionsplan der Partei soll eine sozial gestaffelte Energiepauschale von bis zu 250 Euro pro Person ausgezahlt werden. Zudem fordern die Grünen eine Senkung der Stromsteuer und höhere Kaufprämien für Elektroautos. Der energiepolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Kellner, sprach sich im Deutschlandfunk für eine Kombination aus Übergewinnsteuer und Direktzahlungen aus.
Die Linke: Direktzahlungen von knapp 500 Euro
Die Linke setzt auf direkte finanzielle Hilfen für die Bürger. Nach einem dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegenden Aktionsplan fordert die Partei die Auszahlung eines Energiekrisengeldes von 150 Euro sowie eines jährlichen Klimageldes von rund 320 Euro pro Person. Zusammen ergäben sich Hilfen von knapp 500 Euro. Finanziert werden soll das Paket über eine Übergewinnsteuer auf die Ölindustrie. Nach Vorstellung der Linken sollen damit vor allem die Krisengewinne von Mineralölkonzernen abgeschöpft und zur Entlastung der Bevölkerung eingesetzt werden.
AfD: Dauerhaft niedrigere Abgaben
Die AfD fordert eine dauerhafte Senkung der Energiesteuern auf Benzin, Diesel und Gas auf das europäische Mindestmaß. Zudem sollen die CO2-Abgabe abgeschafft und die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe gesenkt werden.
BSW: Spritsteuern halbieren
Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) setzt auf eine deutliche Entlastung an den Tankstellen. Parteigründerin Sahra Wagenknecht fordert mindestens eine Halbierung der Spritsteuern und einen "Spritpreis-Gipfel" im Kanzleramt.
Diese Nachricht wurde am 17.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
