Migration
Spanien setzt Militär in Ceuta ein - Tausende Migranten in Exklave angekommen

Die spanische Regierung hat einen Militäreinsatz in der Exklave Ceuta angekündigt, nachdem zuletzt Tausende Migranten die Grenze überquert hatten.

    Menschen steigen, teils mit Schwimmreifen, am Strand der spanischen Exklave Ceuta aus dem Wasser.
    Migranten erreichen das Ufer der spanischen Exklave Ceuta, nachdem sie den Grenzzaun zwischen Marokko und Spanien umschwommen haben (30.07.2026). (AFP / LUCIA DIAZ)
    Bis morgen sollen unter anderem drei Züge mit je 20 Soldaten und ein Militärschiff dorthin verlegt werden. Regierungschef Sánchez und Innenminister Grande-Marlaska sollen zudem morgen nach Ceuta reisen. Viele Migranten hatten in den vergangenen Tagen überwiegend schwimmend von Marokko aus die Exklave erreicht. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der spanischen Guardia Civil sagte, es sei nicht möglich, genaue Zahlen zu nennen, aber es überquerten Tausende Menschen die Grenze. Offiziellen Angaben zufolge kamen mindestens neun Menschen bei Tumulten ums Leben.
    Die Behörden in Ceuta brachten den Ansturm mit einer Entscheidung des spanischen Obersten Gerichts in Verbindung. Demnach dürfen über das Meer eintreffende Migranten nicht ohne ordnungsgemäßes Verfahren sofort über die Grenze zurückgeschickt werden.
    Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, forderte Italiens rechtsgerichtete Regierung angesichts der Bilder aus Ceuta, Spanien aus dem Schengen-Raum auszuschließen. Spanien bestellte daraufhin den italienischen Botschafter ein.
    Diese Nachricht wurde am 30.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.