Bundesregierung
SPD-Fraktionsvorsitzender Miersch hält an Abschaffung der sogenannten Rente mit 63 fest

Der Fraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag, Miersch, geht davon aus, dass die Regierungskoalition die Rentenreform trotz der noch vorhandenen Streitpunkte in diesem Herbst beschließen wird. Miersch sagte im Deutschlandfunk, die Vorschläge der Rentenkommission seien eine gute Grundlage, würden aber auch ausreichend Spielraum für Anpassungen bieten. Diesen wolle man im parlamentarischen Verfahren nutzen.

    Matthias Miersch, SPD-Fraktionsvorsitzender, gibt eine Pressekonferenz zu Beginn der Jahresauftaktklausur der SPD-Bundestagsfraktion.
    Der SPD-Fraktionsvorsitzende Matthias Miersch (Archivfoto vom Januar 2026). (Kay Nietfeld / dpa)
    Die vorgesehene Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren hält der SPD-Politiker für richtig. Dadurch würden viele Mittel frei, um das Rentensystem zu stabilisieren. Er sei aber offen für Übergangsregeln, einen Vertrauensschutz und für besondere Lösungen für körperlich belastende Berufe.
    Die Spitzen der Fraktionen von Union und SPD treffen sich heute in Münster zu einer zweitägigen Klausur. Dabei soll es vor allem um die in den kommenden Monaten anstehenden Reformen gehen. Die geplante Rentenreform ist eines der zentralen Vorhaben der Bundesregierung.

    Schwesig bleibt bei Kritik an Rentenreform

    Bundeskanzler Merz hatte gestern nach der zweitägigen Kabinettsklausur auf Schloss Neuhardenberg in Brandenburg bekräftigt, die Reformvorschläge der Rentenkommission eins zu eins umzusetzen und damit auch die abschlagsfreie Frühverrentung abzuschaffen. Bei Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig stieß das auf Kritik. Die SPD-Politikerin sagte der "Rheinischen Post", der Kanzler werde über die Rentenreform nicht allein entscheiden, und das sei gut so. Sie empfehle Merz, mit den Ministerpräsidenten darüber ins Gespräch zu gehen. Schwesig argumentierte, wer mit 16 oder 18 in den Beruf eingestiegen sei und sein Leben lang gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt habe, sollte auch künftig zwei Jahre früher und ohne Abschläge in Rente gehen können.
    Die drei ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten Schulze, Kretschmer und Voigt lehnen das Vorhaben ab, ebenso wie Schwesig und andere SPD-Regierungschefs.
    Diese Nachricht wurde am 27.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.