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Übertragung der Handball-WM gerettet

Handball-Fans können aufatmen. Bis kurz vor der WM in Frankreich sah es so aus, als werde es in diesem Jahr keine Liveberichterstattung geben. Alle interessierten Sender, allen voran ARD und ZDF waren bei den Verhandlungen mit dem Katarischen Rechteinhaber BeIN-Sports gescheitert. Nun gibt es eine Lösung: Die DKB-Bank zeigt alle Spiele live im Internet.

Von Philipp May | 06.01.2017

    Laut des Branchendienstes Meedia beläuft sich die Investition der Deutschen Kreditbank (DKB), eine hundertprozentige Tochter der bayerischen Landesbank, auf einen knappen siebenstelligen oder gar nur einen hohen sechsstelligen Betrag.
    Dem katarischen Rechteinhaber BeIN ging es, wie schon vor zwei Jahren bei der letzten WM, als nur der Pay-TV-Sender Sky übertrug, um etwas anderes. Nämlich, dass das Signal wirklich nur in Deutschland empfangbar ist. Das hätte alle Satelliten-Empfänger, also einen Großteil der deutschen Fernseher ausgeschlossen.Mit einer reinen Internetübertragung ist dies dagegen möglich.
    Kritik vom Verband der Deutschen Sportjournalisten
    Die Übertragung der DKB-Bank könnte sich auch auf die Berichterstattung auswirken. Der Verband Deutscher Sportjournalisten kritisierte die Regelungen massiv.
    "Wehret den Anfängen. Wenn nicht Journalisten das Geschehen filtern, sondern PR-Leute, dann hat das nichts mit objektiver Berichterstattung zu tun", sagte VDS-Präsident Erich Laaser der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist ein Präzedenzfall." In Deutschland werden bewegte Bilder von dem am Mittwoch beginnenden Turnier nur über die Internetseite des Handball-Sponsors DKB zu sehen sein.
    "Gerade in der heutigen Zeit braucht man Journalisten zum Einordnen", sagte Laaser.
    Die Bank wird die Spiele der deutschen Mannschaft und weitere ausgesuchte Spiele auf der Seite handball.dkb.de übertragen. Der Livestream wird mit YouTube als technischem Partner umgesetzt. Zu den Kommentatoren ist bislang noch nichts bekannt.