Reform der Spitzensportförderung
Sportfördergesetz in Kraft getreten - Warnung vor "staatsdominierten Sport"

In Deutschland ist das Sportfördergesetz in Kraft getreten. Damit wird der Spitzensport zum ersten Mal auf eine gesetzliche Grundlage gestellt. Ziel ist unter anderem, die Rahmenbedingungen für mehr Erfolge bei internationalen Wettbewerben zu verbessern.

    Das Bild zeigt das beleuchtete Schild mit der Aufschrift "Olympiastützpunkt" an der Eingangsdecke des Olympiastützpunkts Hamburg/Schleswig Holstein von unten fotografiert. Am oberen Bildrand sieht man grauen bewölkten Himmel.
    Zunächst sollen vor allem die olympischen Spitzenverbände gefördert werden - hier der Eingang zum Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig Holstein. (Daniel Bockwoldt/dpa)
    Herzstück der Reform ist eine zuständige Agentur mit Sitz in Leipzig. Die Agentur soll als unabhängige Stiftung des öffentlichen Rechts zentrale Aufgaben der Spitzensportförderung des Bundes übernehmen. Hinter ihr steht der Bund gemeinsam mit den Bundesländern und den Sportfachverbänden.
    Zu den Aufgaben der Agentur gehören die Bewertung von Leistungspotenzialen, die Entwicklung von Förderkonzepten sowie der Abschluss und die Überprüfung von Zielvereinbarungen mit den Verbänden. Damit sollen Fördermittel gezielter eingesetzt und Entwicklungspotenziale besser ausgeschöpft werden. Zunächst ist die Förderung der olympischen Spitzenverbände vorgesehen. Schrittweise sollen dann weitere Bereiche hinzukommen, darunter die paralympische und nichtolympische Verbandsförderung sowie die gezielte Unterstützung besonders erfolgversprechender Athletinnen und Athleten.
    Als nächste Schritte stehen die Besetzung des Agenturvorstands und die Einrichtung der Aufsichtsgremien an. Die Agentur soll die vorgesehenen Förderbereiche schrittweise vom Bundeskanzleramt übernehmen. Die ersten Förderentscheidungen im neuen System sind für den Förderzyklus nach den Olympischen Sommerspielen 2028 in Los Angeles geplant.
    Der Staatsminister für Sport und Ehrenamt, Rauhe, sagte: "Für unseren Spitzensport beginnt jetzt eine neue Etappe. Deutschland soll wieder zu den erfolgreichsten Sportnationen der Welt gehören".

    Warnung vor Doppelstrukturen

    Die Stiftung Deutsche Sporthilfe hatte im Vorfeld vor einer "Zersplitterung der Athletenförderung" und "Doppelstrukturen" gewarnt. Die Stiftung drängt darauf, die direkte Förderung der Sportler und Sportlerinnen weiterhin zentral bei der Sporthilfe zu bündeln und verweist auf ihre "etablierten Förderstrukturen und ihre Nähe zu den Athletinnen und Athleten", die sich über "Jahrzehnte hinweg bewährt" hätten. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) verlangte mehr Mitsprache und wandte sich gegen "einen staatsdominierten Sport". Auch Athletenvertretungen wie "Athleten Deutschland" forderten eine stärkere Einbindung in die Gremien der neuen Stiftung.
    Die Gesetzgebung war begleitet von monatelangen Debatten über die Ausgestaltung des Entwurfes. Zuletzt hatte die Ampel-Regierung ein Gesetz entworfen, das aber durch den Bruch der Koalition gestoppt worden war. Der neue Anlauf des jetzt für den Sport zuständigen Kanzleramts war in den vergangenen Monaten durch Widerstände vor allem aus dem organisierten Sport gebremst worden.
    Deutschland spielt im internationalen Vergleich bei den Medaillen schon länger nicht mehr vorne mit.

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    Diese Nachricht wurde am 21.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.