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Sportgrossveranstaltungen"Entscheidung war richtig"

Nach einem Bombenfund im hessischen Oberursel und der Festnahme eines Paars haben die Veranstalter den Radklassiker "Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt" abgesagt - aus Sorge vor einem islamistischen Terroranschlag. Aus Sicht des ARD-Terrorismusexperten Götschenberg eine angemessene Reaktion.

ARD-Terrorismusexperte Michael Götschenberg im Gespräch mit Matthias Friebe | 01.05.2015

Eine Gruppe von Radfahrern wird in Eschborn von Polizisten auf Motorrädern beobachtet.
Einige Amateursportler sind trotz der Absage des Radrennens Eschborn-Frankfurt an den Start gegangen. (picture alliance/dpa - Arne Dedert)
Auch wenn Freizeitradler dennoch demonstrativ und unter Polizeischutz gefahren waren, stuft der ARD-Terrorismusexperte die Entscheidung, "die Großveranstaltung als Großveranstaltung abzusagen", als gerechtfertigt ein.
Es habe ernst zu nehmende Gründe gegeben, diese Veranstaltung abzusagen, sagte Michael Götschenberg im Deutschlandfunk: "Weil noch nicht sicher war, ob das festgenommene Paar möglicherweise doch Mittäter gehabt hat. Es sieht zwar nicht danach aus, aber das war zu dem Zeitpunkt, als diese Entscheidung gefällt werden musste, noch nicht sicher."
Gratwanderung zwischen Sicherheit und Freiheit
Über die potenzielle Terrorgefahr für den Sport und Großveranstaltungen könne man letztlich nur spekulieren, so Götschenberg: "Prinzipiell muss man doch sagen, macht es keinen Sinn, aus Angst vor terroristischen Anschlägen Großveranstaltungen abzusagen oder gar zu meiden. In diesem Fall würde ich sagen war es berechtigt, aber ansonsten sollte man damit sehr vorsichtig sein, denn das ist ja gerade das, was Terroristen wollen."
Mit Blick auf die Champions-League Finals der Frauen und Männer, die dieses Jahr in Berlin stattfinden, geht Michael Götschenberg nicht davon aus, "dass es da irgendwelche Einschränkungen geben wird".
Das vollständige Gespräch können Sie als Audio-on-Demand nachhören.