"Mietenreport 2026"
Steigende Wohnkosten belasten Mehrheit der Mieter

Die steigenden Wohnkosten in Deutschland belasten zusehends die Mieter. In einer Umfrage des Deutschen Mieterbunds sagten 58 Prozent der Befragten, ihre Wohnkosten seien in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen.

    Ein Mietvertrag liegt zusammen mit Geldscheinen und Wohnungsschlüsseln auf einem Tisch.
    Armut nimmt durch hohe Mieten immer mehr zu (Symbolbild). (picture alliance / dpa / Fernando Gutierrez-Juarez)
    Fast jeder zweite habe deshalb bei Freizeit und Urlaub gespart, fast ebenso viele bei Kleidung, Möbeln oder Haushaltsgeräten. 29 Prozent gaben an, sie machten sich Sorgen, ihre Miete künftig nicht mehr bezahlen zu können. Für den Report wurden amtliche Statistiken und aktuelle wissenschaftliche Studien ausgewertet; zudem wurden mehr als tausend Mieterinnen und Mieter repräsentativ befragt.
    Die Wohnkrise greife mittlerweile tief in den Alltag ein, erklärte der Mieterbund. Präsidentin Weber-Moritz erklärte, Wohnen werde für immer mehr Menschen zum Armuts- und Abstiegsrisiko. Der Sozialstaat müsse zunehmend auffangen, was auf dem Wohnungsmarkt schieflaufe.

    Forderung nach "bundesweitem Mietenstopp"

    Die vom Kabinett im April beschlossenen Verschärfungen im Mietrecht sieht der Deutsche Mieterbund zwar positiv. Ausreichend, um Mietern die Angst vor Kostensteigerungen und Wohnungsverlust zu nehmen, sind sie aber aus Sicht des Dachverbands nicht. Dafür brauche es unter anderem für eine bestimmte Zeit einen "bundesweiten Mietenstopp" und Bußgeldzahlungen für Vermieter, die Wuchermieten verlangen beziehungsweise gegen die Regeln der Mietpreisbremse verstoßen, forderte Weber-Moritz.
    Die Mietpreisbremse gilt nur in Regionen, die als Gebiete mit angespanntem Wohnungsmarkt ausgewiesen sind. Bei Neuvermietung einer Wohnung darf die Miete dort zu Beginn höchstens um zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Ausnahmen gibt es für die Erstvermietung von Neubauten, bei umfassender Modernisierung, für ältere Verträge und bei Kurzzeitvermietung.

    Mieten stärker gestiegen als Inflation

    Wohnungsmieten sind auch im Frühjahrsquartal deutlich gestiegen. Die Angebotsmieten zogen bundesweit ‌um 4,0 Prozent im ⁠Vergleich zum Vorjahreszeitraum an, wie ⁠aus Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln hervorgeht. Die allgemeine Inflationsrate lag mit rund 2,6 Prozent deutlich niedriger. Allein zum Vorquartal zogen die Mieten von April bis Juni um 1,3 Prozent an.
    Diese Nachricht wurde am 01.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.