Brauchtum
Straßenkarneval im Rheinland beginnt mit Weiberfastnacht

Heute beginnt der Straßenkarneval. Ausgelassen gefeiert wird er vor allem in den rheinischen Karnevalshochburgen Köln, Düsseldorf und Mainz. Eröffnet wurde diese Phase des Karnevals traditionell um 11 Uhr 11. Der Tag heute wird Weiberfastnacht genannt; vielerorts werden die Rathäuser durch Karnevalsvereine symbolisch gestürmt.

    Fünf Frauen stehen nebeinander jubelnd und winkend vor dem Kölner Dom. Drei tragen rosa Kostüme, zwei schwarze. Gegen den Regen tragen sie Capes oder Schirme.
    Die Weiberfastnacht dürfte in diesem Jahr im Rheinland von viel Regen begleitet werden - so wie schon häufiger. Das Foto stammt aus dem Jahr 2024. (Oliver Berg / dpa / Oliver Berg)
    Vor allem in Köln werden auf den Straßen Hunderttausende Feiernde erwartet. Um den Ansturm zu bewältigen, schickt das Ordnungsamt bis zu 400 Mitarbeiter und rund 2.600 Sicherheitskräfte externer Dienstleister in den Einsatz. Die Polizei setzt bis zu 1.500 zusätzliche Beamte ein.

    Sicherheitslage laut Polizei "abstrakt hoch"

    Die Polizei stuft die Sicherheitslage an den Karnevalstagen als "nach wie vor abstrakt hoch" ein. Es gebe keine konkreten Hinweise, etwa auf geplante Angriffe auf Menschenansammlungen, sagte der Kölner Polizeidirektor Martin Lotz. Rechnen müsse man aber mit allem. Im Moment sei es so ruhig oder so unruhig wie die letzten Jahre auch.
    Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes müssen sich die Karnevalisten auf einen regnerischen Start gefasst machen. Bis Freitag sei mit wiederholten und teils länger anhaltenden Regenfällen zu rechnen. Zudem könne es windig werden, in Verbindung mit Schauern seien starke bis stürmische Böen möglich. Die Höchstwerte liegen bei acht bis elf Grad.

    Wurzeln liegen im Mittelalter

    Die Weiberfastnacht stammt aus dem Mittelalter. Die fest zementierten Geschlechterrollen der damaligen Gesellschaften gerieten an Karneval für einige Tage ins Wanken. Ehefrauen verweigerten ihren Männern in der "verkehrten Welt" des Karnevals für kurze Zeit den Gehorsam. Der Brauch, Männern die Krawatten abzuschneiden, ist dagegen noch nicht so alt: Er kam erst nach 1945 auf. Inzwischen ist er rückläufig – wohl auch, weil weniger Krawatten getragen werden.

    Aus dem Deutschlandfunk-Programm

    Der Präsident geht, der Jeck bleibt: Kölns Karnevalspräsident macht Schluss
    Diese Nachricht wurde am 12.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.