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Streitfragen – Ost-West
25 Jahre deutsch-polnischer Freundschaftsvertrag

Ein "Schatz", den es zu hüten gelte, die Grundlage für Versöhnung und eine neue, vertiefte und vertrauensvolle Zusammenarbeit - der deutsch-polnische Nachbarschaftsvertrag wird heute weithin als Meilenstein für die Beziehungen beider Länder betrachtet.

Moderation Sabine Adler, Deutschlandradio | 15.06.2016
    Die Fahnen Deutschlands, Polens und der EU auf dem Dach des gemeinsamen Zentrums der deutsch-polnischen Polizei- und Zollzusammenarbeit im polnischen Swiecko nahe Frankfurt / Oder
    Das Jubiläum blickt u.a. auf 25 Jahre Annäherung, Zusammenarbeit und Partnerschaft zurück. (picture alliance / dpa)
    Er steht in einer Reihe mit Versöhnungsgesten wie dem Hirtenbrief der polnischen Bischöfe an ihre deutschen Amtsbrüder oder Willy Brandts Kniefall vor dem Ghettodenkmal in Warschau 1970. Nie in der Geschichte beider Länder, so heißt es heute von Seiten der deutschen Regierung, hätten sich die Beziehungen so gut entwickelt wie in den vergangenen 25 Jahren. Und doch gibt es in jüngster Zeit auch unverkennbar Misstöne und Irritationen. Mit Amtsantritt der neuen, nationalkonservativen Regierung in Warschau im Herbst 2015 sind etwa die europapolitischen Ziele und Positionen beider Regierungen deutlich auseinandergedriftet.
    Bei einer Rede, die Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier unlängst in Warschau hielt, sprach er davon, dass der "lange, schicksalhafte Weg der deutsch-polnischen Beziehungen" in erster Linie kein politischer, sondern ein "Weg zweier Völker" sei, denn: "Regierungen kommen und Regierungen gehen". So ist das Jubiläum nicht nur Anlass zurückzublicken auf 25 Jahre Annäherung, Zusammenarbeit und Partnerschaft. Zugleich drängt sich die Frage nach dem Stand der deutsch-polnischen Beziehungen in der Gegenwart auf. Auf politischer, aber auch auf zivilgesellschaftlicher Ebene.
    Eine Gemeinschaftsveranstaltung von Deutschlandfunk, Leipziger Volkszeitung und Zeitgeschichtlichem Forum Leipzig.
    Gesprächsgäste:
    • Adam Krzeminski, Publizist
    • Markus Meckel, Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Außenminister a.D. und frühere Bundestagsabgeordnete der SPD
    • Basil Kerski, Direktor des Europäischen Solidarność-Zentrums in Danzig und Chefredakteur des deutsch-polnischen Magazins "Dialog"
    • Katharina Blumberg-Stankiewicz, Kulturwissenschaftlerin und deutsch-polnische Netzwerkerin