Sonntag, 25. Februar 2024

Waffenlieferung
Streumunition in der Ukraine eingetroffen

Knapp eine Woche nach der Ankündigung der US-Regierung hat das ukrainische Militär Streumunition aus Beständen der Vereinigten Staaten erhalten. Das teilte das Verteidigungsministerium in Washington mit. Zuvor hatte bereits der US-Sender CNN berichtet und einen hochrangigen ukrainischen Armeekommandeur zitiert. Nach dessen Angaben ist die Streumunition eingetroffen, wird aber noch nicht eingesetzt.

13.07.2023
    Zahlreiche Sprengköpfe vom Typ Dual-Purpose Conventional Improved Munitions (DPICM) auf einem Stützpunkt der US-Army (Archivbild)
    In der Ukraine ist nach Angaben des Militärs Streumunition aus den USA eingetroffen (hier ein Archivbild). (AFP / DVIDS / Handout )
    Der Kommandeur betonte, die Munition könne im russischen Angriffskrieg einen großen Vorteil bedeuten. Die ukrainische Regierung hatte zuvor mehrfach erklärt, Streumunition nicht auf dem Territorium Russlands und nicht gegen zivile Einrichtungen einzusetzen. Russland setzt bereits Streumunition in der Ukraine ein.
    Die US-Regierung hatte die Lieferung vergangene Woche angekündigt. Der Einsatz von Streumunition ist international umstritten. Mehr als 100 Länder, darunter Deutschland, haben das sogenannte Osloer Abkommen ratifiziert, das die Verwendung verbietet und die Zerstörung von Beständen vorsieht. Die USA, die Ukraine und Russland sind dem Abkommen nicht beigetreten. Die Bundesregierung hatte allerdings mit Blick auf die Pläne der US-Regierung Verständnis signalisiert.

    Teils scharfe Kritik an US-Lieferung

    Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz hatte sich gegen eine Lieferung von Streumunition aus den USA an die Ukraine ausgesprochen. Überall dort, wo solche Projektile in großem Ausmaß eingesetzt worden seien, hätten sie eine hohe Zahl vermeidbarer ziviler Opfer verursacht, kritisierte das IKRK. Opfer seien oft Bauern und andere Feldarbeiter, die von Blindgängern verletzt oder getötet würden. Das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen erklärte, solche Munition töte oder verstümmele Menschen noch lange nach dem Ende eines Konflikts. Deshalb müsse der Einsatz gestoppt werden.

    Weiterführende Informationen

    In unserem Newsblog zum Krieg in der Ukraine finden Sie einen Überblick über die jüngsten Entwicklungen.
    Diese Nachricht wurde am 13.07.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.