World Weather Attribution
Studie legt Zusammenhang zwischen Erderwärmung und Sturzflut von Nepal nahe

Nach der verheerenden Sturzflut im Himalaja sehen Wissenschaftler Anzeichen dafür, dass der Klimawandel zur Katastrophe beigetragen haben könnte. Laut einer Analyse der Forschungsinitiative World Weather Attribution (WWA) verstärkte die Erderwärmung mehrere Entwicklungen, die den Einsturz einer Bergflanke und die anschließende Flut begünstigten.

    Ein Straßenzug, durch den die Schlammlawine fließt, an den Seiten von Schlamm bedeckte Häuser.
    Die Schlammlawine begrub ganze Ortschaften unter sich. (picture alliance / NurPhoto / Sanjit Pariyar)
    In ihrer Studie zum Abbruch eines Gletschers betonen die Forschenden allerdings, dass nicht eindeutig nachgewiesen werden könne, ob die konkrete Fels-Eis-Lawine auch ohne den menschengemachten Klimawandel eingetreten wäre. Nach Ansicht der WWA erhöht die fortschreitende Erwärmung jedoch das Risiko solcher Ereignisse im Himalaja. Die steigenden Temperaturen hätten die Frostgrenze in höhere Lagen verschoben und die Gletscherschmelze beschleunigt. Dadurch seien die steilen Bergflanken in der Region zunehmend instabil geworden. Zudem könnte ein schweres Erdbeben im Jahr 2015 die Gebirgsstruktur zusätzlich geschwächt haben.
    World Weather Attribution erstellt durch die Zusammenarbeit verschiedener Institutionen zeitnah Studien zu Extremwetterereignissen. Am 26. August hatte eine Sturzflut aus Schlamm, Eis und Geröll im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet ganze Ortschaften mit sich gerissen. Inzwischen wurde der Tod von mehr als 1.400 Menschen bestätigt, mehr als 6.000 werden noch vermisst.
    Diese Nachricht wurde am 17.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.