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Studie
"Pegida ist die AfD auf der Straße"

Dresdener Wissenschaftler haben eine umfangreiche Untersuchung der Pegida vorgestellt. Demnach ist die Bewegung Vorbote einer Kräfteverschiebung in der politischen Landschaft. Denn Pegida und AfD gehörten zusammen.

14.06.2016
    Deutschland-Fahnen und Pegida-Fahnen wehen im Wind vor blauem Himmel, am unteren Bildrand ist die Dresdener Altstadtkulisse zu sehen und Menschen, die demonstrieren.
    Pegida-Anhänger in Dresden im Februar 2016 (imago stock&people)
    "Pegida ist die AfD auf der Straße", sagte der Politologe Werner Patzelt, Hauptautor der Studie, "und die AfD ist Pegida in der Wahlkabine". Mit Pegida sei "der europäische Rechtspopulismus auch in Deutschland zum Ausdruck gekommen".
    In dem Buch "Pegida. Warnsignale aus Dresden" werden neben bekannten Befunden auch Analysen der Reden auf den Kundgebungen einbezogen. Auch die Diskussionen im Internet sind Thema. Damit werde "Pegida als Netzphänomen" nachvollziehbar, erläutert Patzelt.
    Formuliert werden auch Ratschläge für Politiker und Journalisten zum weiteren Umgang mit der Bewegung. Im Umgang mit der AfD sollten Fehler vermieden werden, die beim Umgang mit Pegida gemacht wurden. Insofern habe das Buch "nicht nur einen wissenschaftlich-aufklärerischen, sondern auch einen politisch-praktischen Zweck", so Patzelt.
    Doch es gibt auch Kritik an der Studie. Wie unser Korrespondent Bastian Brandau berichtet, wird der Politologe Patzelt von Kritikern als "Pegida-Versteher" bezeichnet. So sehe Patzelt die Anwesenheit von Neonazis bei den Pegida-Kundgebungen offenbar nicht als Problem, sagte Brandau im Deutschlandfunk.