
Die Studie wurde auf der internationalen Aids-Konferenz in Rio de Janeiro vorgestellt, die noch bis zum 31. Juli andauert. Auch dort werden die Finanzierungsschwierigkeiten eines der Hauptthemen sein. Laut Studie erhielten bis Oktober 2025 weltweit etwa 77.000 weniger Kinder eine Behandlung gegen HIV als im selben Zeitraum ein Jahr zuvor. Die Daten beziehen sich ausschließlich auf US-amerikanische Hilfsprogramme.
US-Außenministerium interpretiert Studie als Erfolgszeichen
Das US-Außenministerium wies die Vorwürfe zurück und erklärte, die Methodik der Studie sei nicht einwandfrei. Der Rückgang der Zahlen behandelter Kinder sei auf eine geringere Anzahl von Infektionen zurückzuführen. Die Urheber der Studie dagegen argumentierten, die Zahlen gingen zwar seit Jahrzehnten zurück, der Rückgang sei jedoch im angegebenen Zeitraum deutlich stärker gewesen als im sonstigen Durchschnitt. Ihren Ergebnissen zufolge sind die US-unterstützten Behandlungen in 20 von 21 Ländern zurückgegangen, vor allem in Südafrika. In einigen Ländern seien daraufhin nationale Angebote eingesprungen.
Organisationen wie Amnesty International warnen seit Monaten vor den Auswirkungen der US-Einsparungen. Etwa in Uganda sei die Bekämpfung von HIV nur durch die Hilfe der USA so erfolgreich gewesen, argumentieren Vertreter der Hilfsorganisation. Bis dato waren die USA laut Bündnis "Aktion gegen den Hunger" der weltweit größte Geldgeber für humanitäre Hilfe.
Diese Nachricht wurde am 21.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
