Wegen Ausrufung des Kriegsrechts
Südkoreas Ex-Präsident Yoon zu lebenslanger Haft verurteilt

In Südkorea ist der abgesetzte Präsident Yoon wegen der Ausrufung des Kriegsrechts im Dezember 2024 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Gericht in der Hauptstadt Seoul befand den 65-Jährigen für schuldig, einen Aufstand angeführt und damit gegen die Verfassung verstoßen zu haben.

    Südkoreas suspendierter Präsident Yoon sitzt bei einer Anhörung in einem Gerichtssaal.
    Yoon Suk Yeol (picture alliance / Sipa USA / Young Ho)
    Die Staatsanwaltschaft hatte die Todesstrafe gefordert. Deren Vorwurf, dass dies von langer Hand vorbereitet worden sei, schloss sich das Gericht aber nicht an.
    Yoon hatte die Ausrufung des Kriegsrechts damit begründet, dass er die freiheitliche Ordnung vor der Opposition schützen wolle, die von Kommunisten und Sympathisanten Nordkoreas unterwandert sei. Die Opposition hatte Yoons Gesetzesvorhaben im Parlament monatelang blockiert.
    In dem Prozess wurden auch weitere Mitglieder der damaligen Regierung verurteilt. Darunter der frühere Verteidigungsminister Kim. Er muss für 30 Jahre ins Gefängnis. Der Nachrichtendienstoffizier Roh erhielt eine Strafe von 18 Jahren und der frühere Polizeichef Cho wurde zu zwölf Jahren verurteilt.
    Vor rund vier Wochen war bereits der südkoreanische Ex-Ministerpräsident Han wegen seiner damaligen Unterstützung Yoons zu 23 Jahren Haft verurteilt worden.
    Diese Nachricht wurde am 19.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.