Energie-Infrastruktur
Terrorermittlungen zu Brandenburg - Neuer Vorfall in Bergheim

Nach dem Angriff auf ein Umspannwerk am Kohlekraftwerk Jänschwalde im Süden Brandenburgs ermittelt die Polizei unter anderem wegen Terrorverdachts. Neben dem Verdacht der Störung öffentlicher Betriebe, des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und der Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel werde auch wegen der Bildung einer terroristischen Vereinigung ermittelt, teilte das Brandenburger Polizeipräsidium in Potsdam mit.

    Ein Polizeiwagen steht vor einem Umspannwerk des Netzbetreibers Amprion.
    Eine Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln ist nach ersten Erkenntnissen der Polizei vorsätzlich verursacht worden. (picture alliance / dpa / Henning Kaiser)
    Die Suche nach Beweismitteln vor Ort dauere weiter an, erklärte die Polizei weiter. Gestern früh hatten Unbekannte nahe dem brandenburgischen Kohlekraftwerk Jänschwalde versucht, Kurzschlüsse an Höchstspannungsleitungen auszulösen, die unter anderem für die Anschlüsse von Kraftwerken genutzt werden. In zwei Fällen gelang dies nach Behördenangaben.
    Schon in den vergangenen Monaten hatte mehrere Vorfälle an Einrichtungen der Strominfrastruktur gegeben.

    Weiterer Vorfall in Nordrhein-Westfalen

    Auch aus Bergheim in Nordrhein-Westfalen wurde ein Angriff auf eine Einrichtung der Energie-Infrastruktur gemeldet. Zwei Kohlekraftwerke des Energiekonzerns RWE mussten vom Netz genommen werden, weil es einen Kurzschluss in einem Umspannwerk gegeben hat.
    Der Kurzschluss ist nach Einschätzung der Polizei vorsätzlich herbeigeführt worden. Sie ermittelt nach Angaben eines Sprecher wegen einer Straftat.
    Von den Auswirkungen betroffen sind laut RWE mehrere Blöcke der Braunkohle-Kraftwerke Neurath und Niederaußem. Zwei Blöcke können demnach erst am Wochenende wieder ans Netz gehen. Der Betreiber des Umspannwerkes, Amprion, erklärte, mit hoher Wahrscheinlichkeit sei von einer Fremdeinwirkung auszugehen. Die allgemeine Stromversorgung sei jedoch zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt gewesen.
    Diese Nachricht wurde am 02.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.