Dienstag, 28. Juni 2022

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Tod von Motörhead-Frontmann
"Ohne Lemmy ist Motörhead nicht denkbar"

Die Nachricht schockierte die Musikwelt: Lemmy Kilmister, der Frontmann von Motörhead, ist tot. Erst im November hatte die Band eine Welttournee gestartet. "Er war eine Ikone," sagte Musikredakteur Tim Schauen im DLF, ein "Dinosaurier, eine aussterbende Art." Er glaubt nicht, dass Motörhead nach Kilmisters Tod weiter bestehen kann.

Tim Schauen im Gespräch mit Sigrid Fischer | 29.12.2015

Lemmy Kilmister
Lemmy Kilmister, Sänger der britischen Heavy-Metal-Band Motörhead, am 20.11.2015 in München. (picture alliance / dpa / Foto: Andreas Gebert)
"Lemmy war Motörhead, Motörhead war Lemmy," so Schauen. Fans und Kritik bewunderten ihn vor allem für seine "unverwüstliche Unverbiegbarkeit". "Er hat sein Ding gemacht, war unbeirrbar." Auch Intellektuelle liebten ihn, so Schauen: für das Ikonenhafte, aber auch dafür, "dass er einfach ein netter Mensch war, ein reflektierter, hellwach denkender und sprechender Zeitgenosse."
Das Bassspiel von Lemmy Kilmister sei ein ganz eigenes gewesen: Er habe ihn verzerrt wie es eigentlich nur Gitarristen tun. "So wie Motörhead hat keine andere Band geklungen und so wird auch keine andere Band mehr klingen können," meint Schauen. Lemmy Kilmister habe sich gegen Genre-Beschreibungen seiner Musik immer gewehrt: "Er sagte einfach es ist Rock'n'Roll und das würde ich auch so stehen lassen." Wie seine Musik eingeordnet wurde, sei Kilmister egal gewesen: "Wichtig war, dass es laut ist, dass es laut ist, dass es laut ist und dass es Eis gab."
Lemmy Kilmister war der letzte seiner Art, meint Schauen: "So etwas kann keiner mehr leisten, so einen Lebensstil kann sich auch keiner mehr erlauben."
Das Gespräch mit Tim Schauen können Sie mindestens sechs Monate in unserer Mediathek nachhören.