Montag, 03. Oktober 2022

Inselstaat im Südpazifik
Warum Naturkatastrophen in Tonga so häufig sind

Immer wieder wird der pazifische Inselstaat Tonga von Naturkatastrophen heimgesucht. Zuletzt löste der Ausbruch eines Unterwasservulkans eine weithin spürbare Flutwelle aus. Grund für das hohe Katastrophen-Risiko ist die Lage auf dem "Feuerring".

18.01.2022

    Eine Aschewolke und Vulkanische Gase steigen nach dem Ausbruch eines unterseeischen Vulkans im Inselreich Tonga auf.
    Ein unterseeischer Vulkanausbruch erschüttert weite Teile im Südpazifik. (New Zealand High Commission/ZUMA Press Wire Service/dpa)
    Tonga besteht aus mehr als 170 Inseln, die im Pazifik nördlich von Neuseeland und südlich von Fidschi liegen. 36 der Inseln sind bewohnt, auf ihnen leben etwa 100.000 Menschen.
    Immer wieder kommt es in Tonga zu Naturkatastrophen, der Inselstaat belegt im Weltrisikobericht 2021 Rang drei der Länder mit der höchsten Wahrscheinlichkeit, dass ein extremes Naturereignis zu einer Katastrophe führen wird. So wurde Tonga im Februar 2010 von einem Erdbeben der Stufe 6,3 erschüttert, zwei Tage später wirbelte ein Zyklon mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 228 km/h über die Inseln. 2014 führte der Zyklon "Ian" zu schweren Schäden und 2018 zerstörte der Sturm "Gita" unter anderem das Parlamentsgebäude.
    Der Wirbelsturm «Gita» mit Windstößen von mehr als 200 Kilometern pro Stunde über den Inselstaat Tonga im Südpazifik.
    Wirbelsturm «Gita» richtete Schäden auf Tonga an (Uncredited/TVNZ/dpa)

    Vulkanausbrüche über und unter Wasser

    Tonga liegt im Gebiet des Pazifischen Feuerrings. Von Neuseeland aus zieht eine riesige Vulkankette 2.500 Kilometer in nördliche Richtung. Mehr als 80 sehr aktive Vulkane wurden dort gezählt, 36 alleine beim Archipel von Tonga, aber viele Vulkane unter der Wasseroberfläche sind nach wie vor unentdeckt. Viele Inseln sind durch untermeerische Vulkanausbrüche entstanden. Erst vor sieben Jahren kam so eine Insel dazu, die schnell hundert Meter Höhe erreichte.
    "Da muss wirklich Weltuntergangsstimmung gewesen sein." Vulkanausbruch bei Tonga

    Was passiert bei einem Vulkanausbruch unter Wasser?

    Bricht ein Vulkan unter dem Wasser selbst in großer Tiefe aus, besteht Gefahr für den Schiffsverkehr: Ausperlende Gasblasen können die Tragfähigkeit des Wassers verringern und so Schiffe zum Sinken bringen. Ausströmende Gase und steigende Wassertemperaturen sind Todesfallen für Fische. Es kann ein Tsunami entstehen, wie das jetzt der Fall war.

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    Blick aus einem Flugzeug auf mit Asche bedeckte Häuser und Vegetation auf Tonga
    Blick aus einem Flugzeug auf mit Asche bedeckte Häuser und Vegetation auf Tonga
    Spektakel vor Tonga
    Die Gegend um das Südseearchipel Tonga ist bekannt für geologische Aktivitäten, die auch große Mengen an Erzen an die Oberfläche bringen.

    Der Ausbruch des Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai

    Der Ausbruch des untermeerischen Vulkans war am Samstag tausende Kilometer weit zu hören. Eine gewaltige Aschewolke stieg kilometerweit in die Höhe. Diese Eruption löste ein Seebeben und Flutwellen aus.
    Der Ausbruch war nach Ansicht von Experten der weltweit stärkste seit 30 Jahren. Erste Daten zeigten, dass es seit dem Pinatubo auf den Philippinen 1991 keine derartig heftige Eruption gegeben habe, sagte der Vulkanologe Shane Cronin von der University of Auckland "Radio New Zealand". Hätte sich die Eruption an Land ereignet, dann wären die Auswirkungen "apokalyptisch" gewesen. Cronin hält es für möglich, dass der Vulkan noch mehrere Wochen oder sogar Jahre unruhig bleibt.