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Tote Planeten

Vor zehn Jahren entdeckten Astronomen die ersten Planeten außerhalb des Sonnensystems. Allerdings umkreisen diese Planeten keinen sonnenähnlichen Stern. Sie ziehen ihre Bahn um einen Pulsar - einen zusammengefallenen Stern, der nur einen Durchmesser von ca. 20 Kilometern hat.

Ken Croswell | 23.05.2001
    Dieser Pulsar wohnt im Sternbild Jungfrau. Er ist etwa 1300 Lichtjahre von der Erde entfernt und hat mindestens drei Planeten. Niemand hat die Planeten je gesehen. Doch kann man aus Radiosignalen ableiten, wie sie beschaffen sein könnten.

    Der größte Planet hat etwa die vierfache Masse der Erde. Sollte er die gleiche Dichte wie unser Planet haben, dürfte die Schwerkraft auf seiner Oberfläche um ca. 60 Prozent höher sein. Wiegen Sie auf der Erde 100 Pfund, so wiegen Sie auf dem fernen Planeten 160 Pfund. Niemand weiß, ob der Planet eine Atmosphäre hat und aus welcher Materie er besteht.

    Von dem fernen Planeten ist der Blick auf den Pulsar sehr unterschiedlich zu dem, den wir von der Erde auf unsere Sonne haben. Man würde einen wirbelnden Energiestrahl sehen, der das Dunkel durchschneidet, wie die Signale eines Leuchtturms. Strahlung von dem Pulsar muss alles Leben töten, wie wir es auf der Erde kennen. Könnte man auf dem Planeten stehen, wäre die Situation vergleichbar mit dem Aufenthalt in einem Atomreaktor. Mit höchster Wahrscheinlichkeit haben die Planeten also kein Leben - wenigstens keine uns vertrauten Lebensformen.

    Seit der Entdeckung dieser Planeten hat man inzwischen mehrere Dutzend gefunden, die ferne Sterne umkreisen. Die meisten gehören zu sonnenähnlichen Sternen. Dort könnte sich durchaus Leben entwickelt haben. Planeten von Pulsaren dürften allerdings tote Planeten sein.