
Trotz der Aufgabe der umstrittenen Investorenpläne von FIFA-Präsident Infantino seien die Voraussetzungen nach wie vor nicht erfüllt, um die Drohung zurückzunehmen, erklärte die UEFA in einer Mitteilung.
Die Vorschläge zum Verkauf der großen Fußball-Wettbewerbe seien zwar zurückgezogen worden. Es gebe aber nach wie vor keinerlei Zusicherungen, dass "solche Versuche nie wieder unternommen werden", heißt es in der Stellungnahme. Dies sei aber eine der zentralen Forderungen der UEFA. Die Mitgliedsverbände - zu denen auch der Deutsche Fußball-Bund DFB gehört - hätten diese Bedingungen sehr deutlich geäußert.
UEFA: Vertrauen in FIFA-Präsident Infantino verloren
Darüber hinaus bekräftigte die UEFA, dass das Vertrauen in FIFA-Chef Infantino verloren gegangen sei. An dieser Haltung habe sich auch nichts dadurch geändert, dass Infantino gestern bei einer Krisensitzung des Weltverbands in Marokko die "uneingeschränkte Unterstützung" der Anwesenden erhalten habe. Dabei habe es sich lediglich um "einige Angestellte des FIFA-Präsidenten" gehandelt, "deren Karriere von dessen Gunst abhängt", erklärte die UEFA.
Infantino hatte zuletzt für eine Welle der Empörung gesorgt, als seine Pläne zum Verkauf von kommerziellen Rechten an künftigen WM-Turnieren an Investoren bekannt wurden. In der Folge entzogen ihm mehrere Kontinentalverbände die Unterstützung, darunter auch die europäische UEFA. Daraufhin wurden die Pläne aufgegeben.
FIFA räumt Fehler beim Umgang mit Investorenplänen ein
Bei der Krisensitzung gestern in der marokkanischen Hauptstadt Rabat räumte die FIFA auch Fehler beim Umgang mit den Investorenplänen ein. Es herrsche Einigkeit darüber, dass es nicht beabsichtigt gewesen sei, den Mitgliedsverbänden "das Gefühl zu geben, vom Prozess ausgeschlossen zu sein, und dass der Prozess anders hätte gehandhabt werden sollen", erklärte der Weltverband in einer Mitteilung. Zugleich hieß es weiter: "Die FIFA wird keinerlei Angriffe auf ihre Integrität dulden und alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um ihren Ruf zu verteidigen."
Infantino will sich im kommenden Jahr zur Wiederwahl stellen. Eine erneute Mehrheit für ihn gilt inzwischen aber als unsicher.
Diese Nachricht wurde am 06.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
