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Trump als Präsident
Was kommt auf die US-Forschungslandschaft zu?

Klimaskeptiker in Ministerämtern, Einschränkung von NASA-Aufgaben: Viele Wissenschaftler in den USA fürchten die Präsidentschaft Donald Trumps. Max Vögler von der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Washington warnt vor Panikmache. Dennoch bereite ihm Sorge, dass der Einfluss der Wissenschaft auf die Regierung abnehmen könnte, sagte Vögler im DLF.

Max Vögler im Gespräch mit Lennart Pyritz | 15.12.2016
    Donald Trump spricht am 6. Dezember 2016 im Trump Tower mit Medienvertretern.
    Donald Trump (dpa / picture-alliance / Albin Lohr-Jones)
    Besonders die Besetzung des Energie- und Bildungsministeriums sowie der Umgang mit der NASA und der Gesundheitsforschung machen Vögler Sorgen. Denn Trumps Administration stehe der Klimaforschung skeptisch gegenüber. Bei der NASA müsse in diesem Bereich mit Kürzungen gerechnet werden. Bei der Gesundheitsforschung sei Trump ein Vertreter des "burden-of-disease"-Ansatzes: Der besage, dass Forschungsgelder so vergeben werden, wie sich Krankheiten in der Bevölkerung verbreitet seien. Forscher, die sich mit neuro-generative Krankheiten befassten, würden damit zwar viele Gelder bekommen - andere Forschungsfelder aber gar nichts.
    "Amerika wird auch Trump überleben"
    Zudem gebe es viele negative Rückmeldungen aus dem Ausland: Viele Forscher - zum Teil aus muslimischen Ländern oder mit Klimaforschungsschwerpunkt - würden ihr Vorhaben, in den USA zu forschen, überdenken. Dennoch will Vögler optimistisch bleiben: "Amerika hat Reagan und Bush I und Bush II überlebt - es wird auch Trump überleben." Denn es gebe auch Positives: So sei unter republikanischen Regierungen zum Beispiel die Grundlagenforschung meist besser gefahren als unter Demokraten.
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