US-Notenbank
Trump kritisiert Leitzinserhöhung der Fed - Volkswirte begrüßen den Schritt

US-Präsident Trump hat mit Unverständnis auf die Entscheidung der Zentralbank reagiert, den Leitzins zu erhöhen. Die Zinssätze sollten bei einem Prozent oder darunter liegen, schrieb er auf seiner Plattform "Truth Social".

    US-Präsident Donald Trump
    US-Präsident Donald Trump (IMAGO / Inpho Photography / IMAGO / Dan Clohessy)
    Die Vereinigten Staaten hätten bei weitem die beste Bonität der Welt. Er sprach von einer politisch motivierten Entscheidung. Trump fordert seit Längerem sinkende Zinsen. Diese fördern üblicherweise das Wirtschaftswachstum, etwa durch stärkere Investitionen wegen günstigerer Unternehmenskredite oder wegen eines höheren privaten Konsums. Tendenziell wirken sich sinkende Zinsen auch positiv auf die Börsenkurse aus.

    Erste Leitzinserhöhung seit 2023 - US-Inflation über Zielwert

    Die US-Notenbank Fed hatte wegen der anhaltend hohen Inflation erstmals seit Sommer 2023 den Leitzins angehoben. Dieser steigt um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent, wie der Fed-Zentralbankrat mitteilte. Zentralbankchef Warsh erklärte, der Schritt unterstütze eine schnellere Rückkehr der Inflation zum Zwei-Prozent-Ziel. Die Teuerungsrate in den USA lag zuletzt bei 3,4 Prozent. Der von Trumps Regierung gemeinsam mit Israel gestartete Iran-Krieg gilt als einer der Hauptgründe für steigende Energiepreise und eine höhere Inflation.

    Volkswirte begrüßen Zinsschritt der Fed

    Zahlreiche Volkswirte begrüßten die Zinserhöhung der US-Notenbank. Der Schritt sichere auch die Glaubwürdigkeit der Fed, kommentierte etwa Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VPBank. Die Unabhängigkeit der US-Notenbank von der Politik ist eines der Grundprinzipien ihrer Arbeit. Trump hat diese seit seinem erneuten Amtsantritt im Januar 2025 wiederholt in Frage gestellt.
    Diese Nachricht wurde am 17.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.