London
Turner-Preisträgerin zieht Kunstwerk mit Vorwurf an Winston Churchill zurück

Die Turner Prize-Gewinnerin von 2019, Helen Cammock, hat eine umstrittene Video-Installation aus der National Portrait Gallery in London abgezogen.

    Winston Churchill sitzt mit einer Zeitung an einem Schreibtisch
    Der britische Premierminister Winston Churchill in einer Aufnahme von 1945. (picture alliance / Mary Evans Picture Library)
    Cammock hatte in ihr aktuelles Werk "The Persistence" eine Referenz auf Winston Churchill eingebaut. Darin wird dem britischen Ex-Premier unterstellt, dass er während seiner Amtszeit 1943 die indische Bevölkerung vorsätzlich aushungern ließ. Zwar gab es damals eine Hungersnot in der damaligen britischen Kolonie Bengalen - und die Rolle Churchills dabei ist umstritten; den Vorwurf des Aushungerns aber wies eine Gruppe von 50 Unterzeichnenden in einem offenen Brief zurück, wie britische Medien berichten.
    Die Künstlerin verteidigte ihr Werk zunächst, zog es nun aber zurück und beklagte einen "unglaublichen" Druck. Sie erklärte, es sei lebensnotwendig für gesunde Gesellschaften, dass Erzählungen hinterfragt werden - und Kunst ist für Cammock dabei ein wesentlicher Bestandteil.
    Diese Nachricht wurde am 24.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.