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TV-Rechte
BBC darf doch Olympia senden

Wie ARD und ZDF hatte auch die britische BBC das Nachsehen gegenüber dem US-Konzern Discovery bei der Rechtevergabe für die Olympischen Spiele. Jetzt allerdings darf die BBC dank einer teuren Einigung doch übertragen.

Von Friedbert Meurer | 02.02.2016

    100-Meter-Sprint bei Olympia 2012 in London
    100-Meter-Sprint bei Olympia 2012 in London (dpa / picture-alliance / Christian Charisius)
    Die Queen eröffnete die Olympischen Sommerspiele in London 2012 – das Sommermärchen der Briten konnte beginnen. Jetzt überträgt die BBC auch die nächsten fünf Olympischen Winter- und Sommerspiele, 2022 und 24 jetzt als Sublizenznehmer. Das sei eine innovative Lösung. Zum Paket gehören alle TV-, Radio-, Online- und Digitalrechte. Allerdings wird die Berichterstattung gestutzt: Online dürfen nur zwei Live-Streams gleichzeitig gezeigt werden gegenüber 24 im Jahr 2012. Die Auswahl der Videoclips, die online gestellt werden, wird beschränkt.
    Die Partnerschaft bedeute eine harte finanzielle Entscheidung für den Sender, gestand BBC-Chef Tony Hall ein. Laut Guardian und Telegraph zahlt der Sender für die Sublizenz etwa 145 Millionen Euro - der private Mitbewerber ITV passte bei der Summe. Es gibt deswegen auch Kritik. Die Gelder für Sportberichterstattung wurden zuletzt um gut 45 Millionen Euro jährlich gekürzt. Dem fiel z.B. gerade das Finale der Australian Open zwischen Novak Djokovic und dem Briten Andy Murray zum Opfer.
    Zusätzlich erhält Discovery die Pay-TV-Rechte der BBC in Großbritannien an Olympia 2018 und 2020. Wichtiger Aspekt: Ein britisches Gesetz von 1996 schreibt die Übertragung von Olympia im frei empfangbaren Fernsehen vor. Das US-Unternehmen und die BBC wollen bei der Produktion der Übertragung zusammenarbeiten - damit die Zuschauer auf der Insel live dabei sein können, wenn die britischen Athleten wieder möglichst viele Medaillen einheimsen.