
Čeferin betonte, er liebe die UEFA und seine Arbeit dort. Als Gegner Infantinos sei seine Glaubwürdigkeit größer, wenn er kein Interesse an dessen Posten habe. Die UEFA wolle einen Neuanfang ohne Infantino. Čeferin sieht nun nach eigenen Angaben zwei Optionen: Die erste Möglichkeit sei, dass Infantino "erkennt, dass er nicht über die Unterstützung verfügt", erklärte Čeferin. "Die andere Möglichkeit ist, dass er bei der Wahl antritt. In diesem Fall werden wir meiner Meinung nach einen Gegenkandidaten ins Rennen schicken. Wer das sein wird, weiß ich noch nicht."
"Infantino spielt die Karte des arroganten Europas"
Čeferin gab an, dass er seit Beginn der Krise nicht mehr mit dem FIFA-Chef gesprochen habe. Soweit er höre, spiele die FIFA die Karte 'Das arrogante Europa ist gegen uns' aus. Er finde jedoch, man sollte Infantino "daran erinnern, dass er Europäer ist und von der UEFA unterstützt wurde." Čeferin steht seit 2016 an der Spitze der Europäischen Fußball-Union. Seine Amtszeit endet 2027.
Infantino strebt Wiederwahl an
FIFA-Chef Infantino steht wegen seines Plans, den Weltverband für externe Investoren zu öffnen, international stark in der Kritik. Auch seine Amtszeit endet 2027; er strebt aber eine weitere Amtszeit an. Die Wahl findet im kommenden Jahr in Rabat statt. Derzeit ist Infantino der einzige Kandidat. Neben der von Čeferin angekündigten Kandidatur aus Europa gilt der kanadische CONCACAF-Präsident Victor Montagliani als möglicher Herausforderer. Der Verband für Nord-, Mittelamerika und die Karibik ist ebenso wie der asiatische Verband AFC einer der lautesten Kritiker des FIFA-Präsidenten - neben der UEFA. Alle drei Verbände hatten kürzlich eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet mit dem Ziel, die "Fußballfamilie" hinter ihrem Anliegen zu vereinen. Gemeinsam drängen sie auf Infantinos Rücktritt. Die Nationalverbände des afrikanischen Kontinentalverbands CAF stehen hinter Infantino.
Diese Nachricht wurde am 24.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
