
Die Forderung geht aus einem gemeinsamen Schreiben von UEFA-Präsident Ceferin und CONCACAF-Chef Montagliani an FIFA-Präsident Infantino hervor. Nach Ansicht der beiden Kontinentalverbände könnte die FIFA die Zahlung aus ihren eigenen Rücklagen finanzieren. Demnach steuert der Weltverband zum Ende des Zyklus 2023 bis 2026 auf Reserven von rund sechs Milliarden Dollar zu.
Geld für Infrastruktur und Entwicklung
Die zusätzlichen Mittel sollen den Mitgliedsverbänden in den Jahren 2027 bis 2030 für Investitionen in Infrastruktur und die Entwicklung des Fußballs zur Verfügung stehen. Die Zahlung käme zusätzlich zu den bereits im FIFA-Forward-Programm vorgesehenen Fördermitteln hinzu.
Kritik an gescheitertem Investorenprojekt
Hintergrund der Initiative ist das inzwischen aufgegebene Projekt "FIFA Forward Enterprise" (FFE). Dabei sollte ein Anteil an FIFA-Wettbewerben an externe Investoren verkauft werden, um zusätzliche Einnahmen für die Fußballentwicklung zu generieren. Nach erheblicher Kritik, insbesondere aus Europa, zog die FIFA die Pläne jedoch wieder zurück.
Forderung nach Finanzprüfung
In ihrem Schreiben stellen Ceferin und Montagliani die Notwendigkeit eines solchen Investoreneinstiegs grundsätzlich infrage. Angesichts der hohen finanziellen Reserven verfüge die FIFA bereits über die Möglichkeit, deutlich mehr Geld direkt an ihre Mitgliedsverbände auszuschütten. Zudem fordern die beiden Verbände eine unabhängige Überprüfung der FIFA-Finanzen, um die tatsächliche Höhe der verfügbaren Rücklagen und mögliche weitere Ausschüttungen zu prüfen.
Infantino gilt trotz der Auseinandersetzungen als Kandidat für eine weitere Amtszeit bei der FIFA-Präsidentenwahl im März 2027. UEFA und CONCACAF zählen zu seinen schärfsten Kritikern. Einen offiziellen Gegenkandidaten gibt es bislang nicht. Die FIFA äußerte sich zunächst nicht zu den Forderungen.
Diese Nachricht wurde am 18.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
