Machtkampf mit FIFA
UEFA und CONCACAF fordern zusätzliche Millionen für Verbände

Die europäische Fußball-Union UEFA und der nordamerikanische Dachverband CONCACAF haben die FIFA aufgefordert, ihren 211 Mitgliedsverbänden nach der finanziell erfolgreichen Weltmeisterschaft im vergangenen Sommer jeweils zusätzliche 10 Millionen US-Dollar auszuzahlen. Die Ausschüttung würde den Weltverband insgesamt rund 2,1 Milliarden Dollar kosten.

    Das FIFA-Logo an der Fassade des Hauptsitzes des Weltfußballverbands in Zürich
    Das FIFA-Logo an der Fassade des Hauptsitzes in Zürich (picture alliance / dpa / Christian Charisius)
    Die Forderung geht aus einem gemeinsamen Schreiben von UEFA-Präsident Ceferin und CONCACAF-Chef Montagliani an FIFA-Präsident Infantino hervor. Nach Ansicht der beiden Kontinentalverbände könnte die FIFA die Zahlung aus ihren eigenen Rücklagen finanzieren. Demnach steuert der Weltverband zum Ende des Zyklus 2023 bis 2026 auf Reserven von rund sechs Milliarden Dollar zu.

    Geld für Infrastruktur und Entwicklung

    Die zusätzlichen Mittel sollen den Mitgliedsverbänden in den Jahren 2027 bis 2030 für Investitionen in Infrastruktur und die Entwicklung des Fußballs zur Verfügung stehen. Die Zahlung käme zusätzlich zu den bereits im FIFA-Forward-Programm vorgesehenen Fördermitteln hinzu.

    Kritik an gescheitertem Investorenprojekt

    Hintergrund der Initiative ist das inzwischen aufgegebene Projekt "FIFA Forward Enterprise" (FFE). Dabei sollte ein Anteil an FIFA-Wettbewerben an externe Investoren verkauft werden, um zusätzliche Einnahmen für die Fußballentwicklung zu generieren. Nach erheblicher Kritik, insbesondere aus Europa, zog die FIFA die Pläne jedoch wieder zurück.

    Forderung nach Finanzprüfung

    In ihrem Schreiben stellen Ceferin und Montagliani die Notwendigkeit eines solchen Investoreneinstiegs grundsätzlich infrage. Angesichts der hohen finanziellen Reserven verfüge die FIFA bereits über die Möglichkeit, deutlich mehr Geld direkt an ihre Mitgliedsverbände auszuschütten. Zudem fordern die beiden Verbände eine unabhängige Überprüfung der FIFA-Finanzen, um die tatsächliche Höhe der verfügbaren Rücklagen und mögliche weitere Ausschüttungen zu prüfen.
    Infantino gilt trotz der Auseinandersetzungen als Kandidat für eine weitere Amtszeit bei der FIFA-Präsidentenwahl im März 2027. UEFA und CONCACAF zählen zu seinen schärfsten Kritikern. Einen offiziellen Gegenkandidaten gibt es bislang nicht. Die FIFA äußerte sich zunächst nicht zu den Forderungen.
    Diese Nachricht wurde am 19.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.