Dienstag, 28. Juni 2022

Ukraine-Konflikt
Gedenken und weitere Gefechte

Wenig ist bestätigt, aber eines ist klar: Im Osten der Ukraine gehen die Kämpfe zwischen Armee und Separatisten weiter. Aus mehreren Städten werden Gefechte gemeldet. In Donezk kam unterdessen ein erster Hilfskonvoi der Vereinten Nationen an.

20.02.2015

Ukrainische Soldaten in der Region Donezk ruhen sich auf einem Feld aus.
Ein Ende der Gefechte zwischen ukrainischer Armee und Separatisten ist bisher nicht in Sicht. (afp / Oleksandr Ratushniak)
An den neuen Kämpfen geben sich ukrainische Armee und Separatisten gegenseitig die Schuld. Sowohl in der Nähe von Mariupol im Süden als auch den nördlicher gelegenen Städten Donezk und Debalzewe sollen beide Seiten wieder gewaltsam aneinandergeraten sein. Wie unsere Korrespondentin Sabine Adler berichtet, wird befürchtet, dass die Separatisten auch noch weitere Städte angreifen könnten, was eine Umsetzung des Minsker Abkommens weiter infrage stellen würde.
Vor allem die Kämpfe um die strategisch wichtige Stadt Debalzewe hatten das Abkommen schwer belastet. Wie viele Menschen bei den Gefechten dort getötet wurden, ist weiter unklar. Die ukrainische Regierung spricht von 13 toten Soldaten, die Separatisten von 3.000.
Merkel berät mit Hollande
Wegen der angespannten Lage hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko telefoniert und noch einmal für eine Umsetzung des Minsker Abkommens geworben. Merkel wird am Nachmittag außerdem mit dem französischen Präsidenten François Hollande über die Lage in der Ukraine beraten.
Dass die Abmachungen des Minsker Abkommens eingehalten werden, soll die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) überwachen, was derzeit aber kaum möglich ist. Der Europaabgeordnete Elmar Brock (CDU) forderte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung", die Beobachter besser auszurüsten - etwa mit Überwachungsdrohnen.
Gedenken an Maidan-Proteste
Ausgelöst wurde die Ukraine-Krise durch die Massenproteste in Kiew vor einem Jahr, die zum Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch geführt hatten. Landesweit wird heute mit einer Schweigeminute an die Proteste und Toten erinnert. Etwa 100 Menschen waren auf dem Maidan-Platz erschossen worden. Die genauen Hintergründe sind weiter ungeklärt.
In der Ostukraine ist unterdessen zum ersten Mal ein Hilfskonvoi der Vereinten Nationen eingetroffen. Vier Lastwagen brachten Medikamente und Hygieneartikel nach Donezk. Außerdem schickte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen Medikamente gegen das AIDS auslösende HI-Virus in die Stadt.
(pr/swe)