Unesco-Weltkulturerbe
Ukraine-Krieg: Berühmtes Höhlenkloster in Kiew schwer beschädigt

Die nächtlichen Angriffe auf die Ukraine haben das zum Weltkulturerbe zählende Höhlenkloster in Kiew offenbar schwer beschädigt. Die Weltkulturorganisation Unesco berichtete, es gebe erhebliche Schäden am Äußeren und Inneren der Kathedrale. Ukraines Präsident Selenskyj sprach von einem Angriff auf die ukrainische Geschichte.

    Rettungskräfte versuchen, einen Brand in der Mariä-Entschlafens-Kathedrale in Kiew zu löschen.
    Feuer in der Mariä-Entschlafens-Kathedrale in Kiew nach einem russischen Angriff (Evgeniy Maloletka / AP / dpa / Evgeniy Maloletka)
    Laut Unesco sind auch die Befestigungsanlage des Klosters und ein Wehrturm von den Angriffen betroffen. Ohne Russland beim Namen zu nennen, verurteilte die Organisation in ihrer Mitteilung Angriffe auf Kulturgüter. In der Hauptkirche war in der Nacht ein Brand ausgebrochen. Die Ursprünge der Klosteranlage auf den Hügeln am Fluss Dnipro reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück.
    Der ukrainische Präsident Selenskyj machte Russland für den Angriff verantwortlich. Frankreichs Außenminister Barrot verglich die Beschädigung des Kiewer Höhlenklosters mit ⁠einem Bombardement der Pariser ⁠Kathedralen Notre-Dame und Saint-Denis. Das Ganze sei völlig inakzeptabel, sagte Barrot beim Treffen der EU-Außenminister in Luxemburg. Der Kreml wies eine Verantwortung von sich und sprach von einer US-Luftabwehrrakete, die in dem Kloster eingeschlagen sei.
    Insgesamt wurde die Ukraine nach Angaben ihrer Luftwaffe mit 70 Raketen sowie mehr als 600 Drohnen attackiert. Die Rede ist von mindestens elf Toten und zahlreichen Verletzten. Zugleich meldete Russland ukrainische Gegenangriffe mit mindestens drei Toten.
    Diese Nachricht wurde am 15.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.