
Er werde den Helm tragen, sagte der 27-Jährige nach einem weiteren Training in Cortina d'Ampezzo. Er glaube, dass er damit gegen keine Gesetze und keine Regeln verstoße. Zuvor hatte der Athlet erklärt, der Helm sei "eine Hommage an Athleten, und einige von ihnen waren Medaillengewinner bei den Olympischen Jugendspielen. Das bedeutet, sie gehören zur olympischen Familie." Auf dem Helm sind mehrere Bilder von Athleten zu sehen, die bei russischen Angriffen ums Leben gekommen sind.
Das IOC hatte entschieden, dass der Helm den Regeln der Olympischen Charta widerspreche. Heraskewytsch dürfe jedoch ausnahmsweise im Wettbewerb eine schwarze Armbinde tragen und in Interviews danach seine Meinung frei äußern. Das IOC verwies auf sein Regelwerk für politische Botschaften. Diese seien mit der Athletengemeinde abgestimmt.
Scharfe Kritik von Selenskyj am IOC
Der ukrainische Präsident Selenskyj kritisierte die Entscheidung des IOC scharf. Heraskewytsch erinnere die Welt an den Preis des ukrainischen Kampfes. Diese Wahrheit könne nicht unbequem, unpassend oder als politischer Akt bezeichnet werden.
Der Vorfall spiegelt die anhaltende Debatte über den Umgang mit dem russischen Angriffskrieg im internationalen Sport wider. Nach der Invasion im Februar 2022 wurden Athleten aus Russland und dem verbündeten Belarus zunächst weitgehend ausgeschlossen. Inzwischen befürwortet das IOC jedoch ihre schrittweise Rückkehr unter neutraler Flagge, was von der Ukraine und anderen Staaten kritisiert wird. Heraskewytsch hatte bereits bei den Spielen 2022 in Peking wenige Tage vor dem russischen Einmarsch mit einem Schild gegen den Krieg protestiert.
Diese Nachricht wurde am 11.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
