Italien
Umstrittenes Fresko in Rom - Gesichtszüge Melonis von Engel entfernt

Nach tagelangem Wirbel ist das Gesicht eines Engelsbilds in einer der ältesten Kirchen Roms übermalt worden, dessen Züge eine auffällige Ähnlichkeit mit Ministerpräsident Meloni aufwies. Nach einem Bericht der Tageszeitung "La Repubblica" hatte sich ein künstlerisch begabter ehrenamtlicher Kirchenhelfer, der Sympathien für das rechte Lager hegt, an den Arbeiten beteiligt. Nun sagte er derselben Zeitung, er habe auf Anweisung des Vatikans das Gesicht mit Farbe überdeckt.

    Das Bild zeigt einen Ausschnitt aus einem Fresco. Zu sehen ist eine Engelsfigur, deren Gesicht aussieht wie die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.
    In einem Fresko wurde der ursprünglich anonyme Cherub durch einen Engel ersetzt, dessen Gesichtszüge stark an die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erinnern. (Matteo Nardone / IPA via ZUMA Pres )
    Zudem gab er zu: "Na gut, es war Meloni". Zuvor hatte er noch angegeben, er habe das Fresko lediglich originalgetreu wiederherstellt. Der Rest des Engels wurde im Zuge der Nachbearbeitung unverändert gelassen. Das Fresko in einer Seitenkapelle der Kirche, das bislang kaum Beachtung fand, war seit Bekanntwerden der Angelegenheit zu einem Besuchermagneten geworden. Die Basilika im historischen Zentrum von Rom ist auch bekannt, weil sich dort eine Marmorbüste des letzten italienischen Königs Umberto II. befindet, der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1946 ins Exil ging. Daneben befindet sich das Fresko des Engels, der ein Pergament mit einer Landkarte Italiens in den Händen hält.

    Auch politische Dimension

    Das Gotteshaus wird derzeit restauriert. Laut Bistum sollten die Arbeiten "ohne Änderungen oder Ergänzungen" vollzogen werden. Eine mögliche Veränderung des Gesichts des Engels sei den zuständigen Stellen nicht mitgeteilt worden, hatte es in einer Stellungnahme geheißen. Meloni selbst hatte mit Humor reagiert und postete ein Foto des Engels auf ihrer Instagram-Seite. Dazu schrieb sie, versehen mit einem Smiley: "Nein, ich sehe sicherlich nicht wie ein Engel aus." Derweil forderten Oppositionspolitiker Kulturminister Giuli auf, die für Archäologie und Geschichte zuständige römische Behörde mit einer Prüfung zu beauftragen.
    Die Basilika in der Nähe der bekannten Einkaufsstraße Via del Corso zählt zu den ältesten christlichen Kirchen Roms. Ihre Wurzeln reichen bis ins fünfte Jahrhundert zurück.
    Diese Nachricht wurde am 04.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.