Streit um Grönland
Unionspolitiker Hardt spricht von Boykott der Fußball-WM in den USA als Ultima Ratio

Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Hardt, schließt angesichts des Grönland-Streits einen Boykott der Fußball-WM 2026 nicht grundsätzlich aus.

    Das MetLife Stadium in New Jersey bei einem NFL-Spiel zwischen den New York Giants und den Seattle Seahawks.
    Das MetLife Stadium in New Jersey wird Austragungsort des Finales der Fußball-WM sein. (picture alliance / AP Photo / Julio Cortez)
    Der CDU-Politiker sagte dem Deutschlandfunk, für den Fall, dass die Vereinigten Staaten Grönland widerrechtlich annektierten, könne er sich nicht vorstellen, dass man dort ein fröhliches Fußballfest feiere. Das würde für ihn bedeuten, dass man dann als Europäer überprüfen müsse, ob man an solchen Spielen teilnehmen könne.
    Dies sei aber eine sehr theoretische Diskussion, betonte Hardt. Denn er glaube nicht, dass Präsident Trump seinen verbal geäußerten Plan durchsetze. Selbst wenn sich die NATO in einem solchen Fall nicht auflöse, wäre doch deren Glaubwürdigkeit und Abschreckungsfähigkeit erschüttert. Auch Amerika wäre damit weniger sicher, als es heute sei. Und deshalb glaube er, dass der US-Kongress dem Präsidenten in einem solchen Fall "den Stecker ziehen" würde.
    Trump hatte wiederholt Ansprüche auf Grönland, das Teil des Königreichs Dänemarks ist, erhoben und dabei auch militärische Optionen nicht ausgeschlossen.
    Forderungen nach einem Turnierboykott gab es wegen Menschenrechtsverletzungen in einem Gastgeberland vor der WM 2022 in Katar, aber letztendlich nahmen alle qualifizierten Teams teil. Ein Fernbleiben von der Weltmeisterschaft wäre für den Deutschen Fußball-Bund mit Verbandsstrafen durch die FIFA verbunden.
    Diese Nachricht wurde am 17.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.