Nahost
Unklarheit über Hebron-Abkommen

Der rechtsextreme israelische Finanzminister Smotrich hat das 1997 geschlossene Hebron-Abkommen mit der Palästinensischen Autonomiebehörde für beendet erklärt.

    Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich spricht während einer Pressekonferenz, er steht hinter einem Rednerpult und hält Blätter in den Händen.
    Der israelische Finanzminister Smotrich (Ohad Zwigenberg / AP / dpa / Ohad Zwigenberg)
    Smotrich schrieb auf der Plattform X, damit setze man die Revolution zur Legalisierung der Siedlungen und der Vertiefung der israelischen Souveränität im Westjordanland fort. Das israelische Außenministerium dementierte dies. Es verwies aber auf eine Entscheidung, die die Regierung Netanjahu vor mehreren Monaten getroffen habe. Diese beziehe sich ausdrücklich auf Bau-Zuständigkeiten im jüdischen Viertel in Hebron sowie auf jüdische Stätten. Ansonsten gebe es keine Änderungen. 
    Palästinenserpräsident Abbas warnte nach der Ankündigung von Smotrich vor schwerwiegenden Folgen. Die Terrororganisation Hamas sprach von einer beispiellosen Eskalation, die darauf abziele, die Besatzung des Westjordanlands zu vertiefen.
    Das Hebron-Abkommen sieht unter anderem die Teilung der Stadt vor, um mehrere hundert jüdische Siedler zu schützen. Insgesamt leben dort nach Schätzungen rund 200.000 Palästinenser. 
    Diese Nachricht wurde am 17.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.