"Kriminalisierung"
UNO-Expertin Khan sieht Meinungsvielfalt in Deutschland gefährdet

Die UNO-Sonderberichterstatterin für Meinungsfreiheit, Khan, sieht Deutschland an einem Scheideweg. Das Land müsse mehr tun, um Meinungsvielfalt und Debatten zu schützen, sagte sie zum Abschluss eines mehrtägigen Besuchs in Berlin und anderen deutschen Städten.

    Irene Khan gestikuliert.
    Die UNO-Sonderberichterstatterin für Meinungsfreiheit, Irene Khan (picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Aaron Favila)
    Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, Hass auf Migranten und geschlechtsspezifische Anfeindungen nähmen zwar zu, weil einige politische Kräfte Meinungsfreiheit als Waffe einsetzten, um Minderheiten zu marginalisieren und einzuschüchtern. Die Bundesregierung aber setze zunehmend auf Kriminalisierung und sicherheitsorientierte Ansätze und viele Maßnahmen dabei stünden im Widerspruch zu internationalen Menschenrechtsstandards.
    Khan nannte als Beispiel einen verstärkten Schutz von Amtsträgern vor öffentlicher Kritik, pauschale Verbote von Slogans und die Beobachtung bestimmter Organisationen unter schwammigen Extremismusbegründungen. Sie riet dazu, beleidigenden Äußerungen durch Aufklärung, Sensibilisierung und Diskussion zu begegnen.
    Diese Nachricht wurde am 06.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.