
Derweil arbeitet Bundesfinanzminister Klingbeil einem Medienbericht zufolge an einer Senkung der Einkommensteuer für kleine und mittlere Einkommen. Ein entsprechendes Konzept werde erarbeitet und solle in den nächsten Monaten vorgestellt werden, berichtete die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf einen Sprecher des Vizekanzlers und SPD-Chefs. Einen genauen Zeitpunkt und weitere Details nannte er demnach nicht.
Zustimmung aus der AfD
Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Esdar, hatte Linnemanns Vorstoß zuvor zurückhaltend kommentiert. Sie erklärte, ihre Partei wolle eine gerechte Lastenverteilung bei der Finanzierung des Staats.
Zustimmung kam von der AfD: Der AfD-Bundestagsabgeordnete Springer sagte der Zeitung "Die Welt", der Mittelstand müsse im Zuge einer grundlegenden Steuerreform entlastet werden. Grünen-Fraktionschefin Dröge sprach indes gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von einer "Lobbypolitik" der CDU für Menschen mit hohem Einkommen. Gleichzeitig gebe es für Durchschnittsverdiener nur Druck und Ermahnungen, mehr zu arbeiten. Die Linken-Abgeordnete Achelwilm sagte, es sollten vielmehr kleine und mittlere Einkommen entlastet werden.
Fuest dämpft Erwartungen
Der Präsident des Münchener Ifo-Instituts, Fuest, sieht im Vorstoß der CDU zur Einkommensteuersenkung nur geringes Potenzial. Natürlich könne man den Spitzensteuersatz erhöhen, aber es sei schwer, damit eine spürbare Entlastung der Mittelschicht zu finanzieren, sagte er dem "Handelsblatt". Die Zahl der Steuerzahler mit sehr hohen Einkommen sei deutlich kleiner als die der Mittelschicht. Zudem führe eine Anhebung schnell zu einer Belastung der mittelständischen Unternehmen.
Linnemann argumentierte, wenn der Spitzensteuersatz erst ab 80.000 Euro Jahresbrutto greife, könne man im Tarifverlauf den sogenannten Mittelstandsbauch abflachen, was für viele eine Entlastung bringe.
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Diese Nachricht wurde am 16.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
