Finanzpolitik
Unterschiedliche Reaktionen auf Steuervorschläge von Linnemann - Klingbeil arbeitet an Entlastungskonzept für kleine und mittlere Einkommen

Der Vorstoß von CDU-Generalsekretär Linnemann nach steuerlichen Entlastungen vor allem für Gutverdiener stößt auf ein geteiltes Echo. Linnemann schlägt unter anderem vor, dass der Spitzensteuersatz erst ab 80.000 Euro Jahreseinkommen greifen solle, anstatt wie derzeit ab 68.000.

    Lars Klingbeil läuft mit Akten unter dem Arm durch den Bundestag und lächelt.
    Lars Klingbeil (SPD) (IMAGO / Andreas Gora /)
    Derweil arbeitet Bundesfinanzminister Klingbeil einem Medienbericht zufolge an einer Senkung der Einkommensteuer ‌für kleine ⁠und mittlere ⁠Einkommen. Ein entsprechendes Konzept werde erarbeitet und solle in den nächsten Monaten vorgestellt werden, berichtete die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf einen Sprecher des Vizekanzlers und SPD-Chefs. Einen genauen Zeitpunkt und weitere ⁠Details nannte er demnach nicht.

    Zustimmung aus der AfD

    Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Esdar, hatte Linnemanns Vorstoß zuvor zurückhaltend kommentiert. Sie erklärte, ihre Partei wolle eine gerechte Lastenverteilung bei der Finanzierung des Staats.
    Zustimmung kam von der AfD: Der AfD-Bundestagsabgeordnete Springer sagte der Zeitung "Die Welt", der Mittelstand müsse im Zuge einer grundlegenden Steuerreform entlastet werden. Grünen-Fraktionschefin Dröge sprach indes gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von einer "Lobbypolitik" der CDU für Menschen mit hohem Einkommen. Gleichzeitig gebe es für Durchschnittsverdiener nur Druck und Ermahnungen, mehr zu arbeiten. Die Linken-Abgeordnete Achelwilm sagte, es sollten vielmehr kleine und mittlere Einkommen entlastet werden.

    Fuest dämpft Erwartungen

    Der Präsident des Münchener Ifo-Instituts, Fuest, sieht im Vorstoß der CDU zur Einkommensteuersenkung nur geringes Potenzial. Natürlich ​könne man den Spitzensteuersatz erhöhen, aber es sei schwer, damit eine spürbare Entlastung der Mittelschicht zu finanzieren, sagte er dem "Handelsblatt". Die Zahl der Steuerzahler mit sehr ‌hohen Einkommen sei deutlich kleiner als die der Mittelschicht. Zudem führe eine ‌Anhebung schnell zu einer ⁠Belastung der mittelständischen Unternehmen.
    Linnemann argumentierte, wenn der Spitzensteuersatz erst ab 80.000 Euro Jahresbrutto greife, könne man im Tarifverlauf den sogenannten ‌Mittelstandsbauch abflachen, was für viele eine Entlastung bringe.

    Aus dem Dlf-Programm:

    CDU-Papier zu Steuerreform – Linnemann legt vor (Audio)
    Diese Nachricht wurde am 16.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.