
Rubio sprach dabei unter anderem von unkontrolliertem Freihandel und Massenmigration. Die USA unter Präsident Trump seien dabei, diese Fehler zu korrigieren. Sie wollten keine Trennung von Europa, sondern ein starkes Europa, um gemeinsam den Weg in ein neues Jahrhundert westlichen Wohlstands zu gehen, erklärte Rubio. Die Regierung in Washington erwarte von den Europäern dabei "Ernsthaftigkeit" und "Gegenseitigkeit". Man wolle keine schwachen Verbündeten. Meinungsverschiedenheiten wie in jüngster Zeit rührten daher, dass sich die USA "Sorgen" um Europa machten.
EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen begrüßte Rubios Bekenntnis zur transatlantischen Partnerschaft. Es sei an der Zeit, dass Europa bei seiner Sicherheit Verantwortung übernehme und dabei auch "Tabus" breche, sagte sie in ihrer Rede. So müsse die in den EU-Verträgen festgeschriebene Beistandsklausel zur gegenseitigen Verteidigung nun konkret mit Leben gefüllt werden, forderte von der Leyen.
Rubio und Bundeskanzler Merz waren gestern am Rande der Veranstaltung zusammengekommen und hatten sich über die Bemühungen um ein Ende des russischen Kriegs gegen die Ukraine ausgetauscht. Rubio habe dabei die starke Unterstützung Deutschlands für die Ukraine gewürdigt, teilte ein Sprecher seines Ministeriums im Anschluss mit.
Zudem sei es um die Koordinierung von Wiederaufbaumaßnahmen gegangen. Von deutscher Seite hieß es, auch die europäische Rolle innerhalb der NATO sei erörtert worden.
Stimmen für ein stärkeres Europa
Zuvor hatten Bundeskanzler Merz und sein Stellvertreter, Finanzminister Klingbeil, für eine stärkere Rolle Europas in den transatlantischen Beziehungen geworben. Merz betonte, es habe sich eine Kluft zwischen Europa und den USA aufgetan. Frankreichs Präsident Macron warb für eine Stärkung der europäischen Verteidigungs-Kapazitäten, um in Zukunft in einer starken Position gegenüber Russland sein zu können.
Derweil warnte Bayerns Ministerpräsident Söder vor einem Bruch mit den USA und sprach sich im TV-Sender "Welt" dafür aus, das Verhältnis zu Washington wieder zu verbessern.
Kritik von US-Demokraten an Präsident Trump
Im Zuge der Sicherheitskonferenz meldeten sich auch US-Kritiker von Präsident Trump zu Wort. Der kalifornische Gouverneur Newsom von den Demokraten rief dazu auf, Trump etwas entgegenzusetzen. Zugleich verwies er darauf, dass der republikanische Politiker in drei Jahren Geschichte sei.
Die demokratische Kongressabgeordnete Ocasio-Cortez warf der US-Regierung vor, die Welt in ein autoritäres Zeitalter zu führen. Globale Partnerschaften müssten sich dem entgegenstellen. Man befinde sich zwar in einer neuen Zeit. Das bedeute jedoch nicht, dass die Mehrheit der Amerikaner bereit sei, sich von einer regelbasierten Ordnung abzuwenden und das Bekenntnis zur Demokratie aufzugeben, erklärte Ocasio-Cortez.
Münchner Sicherheitskonferenz endet morgen
In München werden mehr als 60 Staats- und Regierungschefs erwartet. Im Mittelpunkt der Sicherheitskonferenz stehen neben der Krise in den transatlantischen Beziehungen der Iran-Konflikt sowie der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Aus dem Deutschlandfunk-Programm
Diese Nachricht wurde am 14.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.




