Geldpolitik
US-Notenbank erhöht erstmals seit Juli 2023 wieder Leitzins

Die US-Notenbank Fed hat wegen der anhaltend hohen Inflation erstmals seit Sommer 2023 den Leitzins angehoben. Dieser steigt um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent, wie der Fed-Zentralbankrat mitteilte. Notenbank-Chef Warsh gerät damit auf Konfrontationskurs zu US-Präsident Trump.

    Ein Bildschirm informiert über die Anhebung des Leitzinses in den USA.
    Die Federal Reserve hebt den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte an. (AFP / TIMOTHY A. CLARY)
    Warsh erklärte, der Schritt unterstütze eine schnellere Rückkehr der Inflation zum Zwei-Prozent-Ziel. Die Teuerungsrate in den USA lag zuletzt bei 3,4 Prozent. Der Iran-Krieg ist einer der Hauptgründe für steigende Energiepreise und eine höhere Inflation.
    Trump reagierte mit Unverständnis auf die Fed-Entscheidung. Die Zinssätze sollten bei einem Prozent oder darunter liegen, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Die Vereinigten Staaten hätten bei weitem die beste Bonität der Welt.
    Die Unabhängigkeit der US-Notenbank von der Politik ist eines der Grundprinzipien ihrer Arbeit. Trump hat diese seit seinem erneuten Amtsantritt im Januar 2025 wiederholt in Frage gestellt.
    Mit ihren Zinsentscheidungen versucht die Notenbank, einen Kompromiss zwischen stabilen Preisen und möglichst hoher Beschäftigung zu finden. Ist der Leitzins zu hoch, bremst das die Wirtschaft etwa wegen zu hoher Kreditkosten aus. Ein niedrigerer Zins stimuliert zwar Wachstum und den Arbeitsmarkt, kann aber die Inflation anheizen.
    Diese Nachricht wurde am 16.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.