
Was ist bekannt?
Nur wenige Details sind über das Abkommen bekannt. Trump schrieb auf seiner Online-Plattform, mit der Vereinbarung brächten die Vereinigten Staaten mehr als 65 Milliarden Barrel unter ihre Kontrolle. Durch das Abkommen würden sich die Ölreserven seines Landes mehr als verdoppeln.
Trump und Rodríguez erklärten allerdings nicht, über welchen Zeitraum sich die von ihnen genannten Summen erstreckten. Die venezolanische Präsidentin schrieb, die Vereinbarung würde Investitionen in 17 Ölfeder beinhalten.
Bereits gestern hatten die US-Medien Bloomberg und Axios berichtet, mehr als ein Dutzend Ölfelder solle für den Zeitraum von einem Jahrhundert an die USA verpachtet werden
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Welche Vorteile bringt das Abkommen beiden Seiten?
Der US-Präsident steht innenpolitisch unter Druck, weil der Iran-Krieg die Benzinpreise auch in den USA in die Höhe treibt. Mit der Freilegung derart großer Ölvorkommen, wie im Abkommen vorgesehen, könnten die USA die Preise senken. Die US-Ölreserve ist seit Beginn des Iran-Krieges außerdem rapide geschrumpft und befindet sich auf dem niedrigsten Niveau seit etwa 44 Jahren. Auch hier versucht die US-Regierung gegenzusteuern.
Venezuela wiederum braucht Geld. Das Land besitzt zwar die größten Ölreserven der Welt, nicht aber das für die Förderung nötige Kapital. Ein Großteil des Öls unter venezolanischem Land ist Schweröl, dessen Förderung technisch aufwendig und damit kostspielig ist.
Wie ist die Vorgeschichte des Abkommens?
Rodríguez' Vorgänger Maduro war Anfang Januar im Zuge einer US-Militäroperation gefangen genommen und in eine Haftanstalt nach New York gebracht worden. Dort soll ihm ein Prozess gemacht werden, die Anklage lautet unter anderem auf "Drogenterrorismus". Seine frühere Stellvertreterin Rodríguez wurde daraufhin zur Übergangs-Staatschefin des südamerikanischen Landes und hat sich seit ihrer Amtsübernahme für eine Öffnung Venezuelas für ausländische Investitionen auch im Energiesektor ausgesprochen.
Zuvor hatte die Trump-Regierung Druck auf Caracas ausgeübt, den USA Zugang zu den venezolanischen Vorkommen des fossilen Energieträgers zu gewähren. Die USA kontrollieren aktuell in Venezuela faktisch das Öl-Geschäft. Sie verkauften Erdöl aus dem sudamerikanischen Land, Caracas sollte im Gegenzug regelmäßig vom US-Finanzministerium eine Überweisung erhalten.
Zugleich drängte Washington amerikanische Unternehmen, in Venezuela zu investieren. Die Konzerne zeigten sich jedoch zunächst zurückhaltend. Hintergrund war die verfallene Infrastruktur des sozialistischen Landes und und frühere Enteignungen ausländischer Investoren.
Hörtipp
Diese Nachricht wurde am 30.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
