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USA
US-Notenbank treibt Zinswende voran

Die US-Notenbank Federal Reserve hat wie erwartet den Leitzins um einen Viertelprozentpunkt erhöht. Bereits im Dezember hatte die Fed die Rate um einen Viertelpunkt angehoben. Notenbankchefin Janet Yellen hält den Schritt für angemessen.

Von Thilo Kößler | 16.03.2017

    Das Federal Reserve Board Building in Washington. Das Gebäude der US-Notenbank, in dem die Gouverneure der Bank zusammenkommen.
    Gebäude der "Fed", der US-Notenbank in Washington. (picture alliance / dpa / Ron Sachs)
    Der Arbeitsmarkt ist mit einer Arbeitslosenquote von 4,7 Prozent praktisch ausgeschöpft, die Inflation bewegt sich auf die 2 Prozent-Marke zu, das Investitionsklima erscheint robust: Der dritte Zinsschritt nach Dezember 2015 und Dezember 2016 ist deshalb nach den Worten von Notenbank-Chefin Janet Yellen rundherum angemessen.
    Damit nicht genug, sah Janet Yellen auch weiterhin eine anhaltend positive wirtschaftliche Entwicklung – sie gab sich zuversichtlich, dass sie auch noch in den nächsten Jahren anhalten werde.
    Dollar könnte stärker werden
    Janet Yellen begründete die Einschätzung der US-Notenbank vor allem mit den soliden Arbeitsmarktdaten, die durch einen kontinuierlichen Zuwachs von etwa 200.000 Arbeitsplätzen pro Monat im letzten Vierteljahr noch einmal untermauert worden seien.
    Auch auf Seiten der Inflationsrate erwartet Janet Yellen keine dramatischen Ausschläge – sie würde sich im Laufe der nächsten Jahre auf dem Zielniveau von zwei Prozent bewegen. Mit diesem erneuten moderaten Anstieg des Zinsniveaus steuert die Fed der Tendenz einer sukzessiven Überhitzung der amerikanischen Volkswirtschaft entgegen. Sie könnte durch das dezidierte Wachstumsprogramm von Präsident Trump begünstigt werden – Trump möchte die Steuern massiv senken und ein gigantisches Infrastrukturprogram auflegen. Man werde die Entwicklung genau beobachten, sagte Yellen – die Prognosen könnten sehr wohl beeinflusst werden.
    Die Zinsentscheidung der Fed könnte dazu führen, dass der Dollar noch stärker wird – was durchaus nicht im Sinne des Präsidenten wäre, der das immense Handelsdefizit gegenüber China, Japan oder auch Deutschland zurückfahren möchte: Ein stärkerer Dollar verteuert jedoch amerikanische Exportprodukte. Yellen betonte, dass sie zum neuen Finanzminister Steven Mnuchin bereits gute Arbeitskontakte unterhalte und auch Donald Trump bereits kurz gesehen habe.